Quelle: Iris Hensel
Will auch bei der Heim-DM wieder jubeln: Verena Meisl vom TV Wattenscheid 01.
Die 126. Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften stehen vor der Tür. Am Samstag und Sonntag ist das Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid erneut Schauplatz für die nationalen Titelkämpfe, nachdem in den Vorwochen der Nachwuchs auf Medaillenjagd ging. Auch die westfälischen Starterinnen und Starter dürfen sich bei der Heim-DM Hoffnungen auf Edelmetall machen.
Für die erste westfälische Medaille sorgte bereits gestern Constantin Rutsch. Bei den in Hannover ausgetragenen Stabhochsprung-Wettbewerben holte der Stab-Artist der LG Olympia Dortmund überraschend DM-Bronze. Mit seinen 5,30 Meter im zweiten Versuch sprang der Dortmunder auf den dritten Platz hinter Fabio Wünsche (SC Potsdam / 5,30 m im ersten Versuch) und Marec Metzger (TSV Gräfelfing / 5,40 m).„Sehr, sehr geiler Wettkampf hier in Hannover vor einer endgeilen Kulisse, es hat riesig Spaß gemacht! Die Höhen sind leider nicht so, wie sie sein sollten bei einer Deutschen Meisterschaft. Aber wir haben uns alle hingestellt und haben es versucht. Am Ende stehen wir drei da. Ich freue mich riesig über meine Medaille!“, sagte ein überglücklicher Constantin Rutsch nach dem Wettkampf auf leichtathletik.de.
TV Wattenscheid will Heimvorteil nutzen
Mit mehr als 40 Athletinnen und Athleten stellt der TV Wattenscheid 01 am Wochenende nicht nur das größte DM-Aufgebot aller westfälischer Vereine, sondern weiß auch aussichtsreiche Medaillen-Kandidatinnen und -Kandidaten in seinen Reihen. Einer von ihnen ist Manuel Sanders. Der Langsprinter möchte auf der blauen Bahn von Wattenscheid einen weiteren Schritt Richtung blauer EM-Bahn in Birmingham machen. Dafür müssen er mindestens die EM-Bestätigungsnorm von 45,45 Sekunden unterbieten. Seine aktuelle Saisonbestzeit: 45,71 Sekunden.Über 1.500 Meter dürfen die Gastgeber gleich zweimal berechtigt auf Edelmetall hoffen. Seit 2019 stand Verena Meisl bis auf zwei Ausnahmen, als sie über 800 Meter startete, immer in den DM-Finals über 1.500 Meter, drinnen und draußen. Viermal landete die TVW-Athletin auch schon auf dem Podest, aber noch nie ganz oben. In diesem Sommer hat die 25-Jährige ihr Leistungsniveau noch einmal verbessert, blieb regelmäßig unter 4:10,00 Minuten und steigerte ihre Bestzeit bis auf 4:06,17 Minuten. Keine andere Athletin im Startfeld bringt bessere Vorleistungen mit. Dazu kommt der Heimvorteil.

Wattenscheids Marius Probst jagt Deutschlands Top-Läufer Robert Farken [Foto: Iris Hensel].
Diesen will auch Marius Probst nutzen. Der Wattenscheider hat schon oft Rennen auf den letzten 200 Metern für sich entschieden und ist natürlich in seinem „Wohnzimmer“ extra motiviert. Er weist eine Meldezeit von 3:36,97 min auf. Klarer Favorit ist jedoch Robert Farken (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig / 3:30,09 Min.), der zuletzt den neuen deutschen Rekord verbuchen konnte.
Im Hochsprung der Frauen war alles angerichtet für das Heimspiel der Titelverteidigerin und Jahresbesten. Als eine der Top-Athletinnen des TV Wattenscheid 01 wollte Christina Honsel, die als einzige deutsche Hochspringerin in diesem Jahr die Direktnorm für die EM erfüllt hat, in ihrem Heimstadion den dritten Titel klarmachen. Jedoch hatte die 29-Jährige im Saisonverlauf immer wieder mit Problemen zu kämpfen und musste ihren Start daher absagen. Hoffnungen auf erneutes Edelmetall kann sich dafür die aktuelle U23-DM-Dritte Joana Herrmann vom SV Teuto Riesenbeck machen, die zuletzt 1,87 m gesprungen ist.
Eine entscheidende Rolle im Kampf um die Hochsprung-Medaillen der Männer kann der Vorjahreszweite Falk Wendrich (LAZ Soest) spielen, der mit 2,23 Metern anreist.

Erster Wettkampf in diesem Jahr: Daniel Jasinski [Foto: Iris Hensel].
In den Wurf-Disziplinen hat der TV Wattenscheid 01 mehrere Eisen im Feuer. Diskuswerferin Joyce Oguama, die mit 62,13 Metern die EM-Norm schon in der Tasche hat, träumt von einer Top-Platzierung. Sie hat jedoch schon die College-Saison in den USA hinter sich und konnte zuletzt nicht mehr ganz an ihre starke Frühform anknüpfen. Ihr Heimspiel wäre eine gute Gelegenheit, wieder richtig aufzudrehen.
Im Kugelstoßen will die Hallen-DM-Dritte Julia Ritter (TV Wattenscheid 01) im heimischen Ring zur Stelle sein. Spannend ist zudem, wozu Vereinskollege Daniel Jasinski in der Lage ist – noch hat der der Olympia-Dritte von 2016 keinen Wettkampf in dieser Saison absolviert. Seit Anfang des Jahres hat Jasinski mit Achillessehnen-Problemen zu kämpfen und ein Sonderstartrecht beantragt.
In den Sprint-Wettbewerben sind die Gastgeber traditionell über 4x100 Meter der Männer sehr gut vertreten und wollen Gold holen. Aufgrund der starken nationalen Konkurrenz in den Einzelstarts muss sowohl bei Deniz Almas (10,21 Sek.) als auch bei der deutschen U23-Vizemeisterin Jolina Ernst (11,33 Sek.) viel zusammenlaufen, damit der Sprung aufs Podium gelingt.

Luka Herden von der LG Brillux Münster will aufs Podium springen [Foto: Conny Kurth / Rhine-Ruhr 2025].
Die LG Brillux Münster schickt mit Silas Zahlten einen Medaillenkandidaten über 3.000 Meter Hindernis ins Rennen (8:29,99 Min.). Und auch im Weitsprung kann die LG dank Luka Herden, der unter dem Hallendach schon 8,18 Meter weit gesprungen ist, und Tabea Christ (6,46 m), auf Edelmetall hoffen.
Den DM-Auftakt machen die Jüngsten
Eine besondere Ehre bekommen im Rahmen der Deutschen Meisterschaften die Langstaffeln der Altersklasse U20. Mit dem Rennen um Gold, Silber und Bronze über 4x400 Meter wird das Meisterschaftswochenende am Samstag eröffnet. Die schnellste Zeit vorzuweisen hat dabei Titelverteidiger StG Recklinghausen-Hamm (3:23,03 min), gefolgt von der StG HNT Hamburg / Buxtehuder SV (3:24,09 min) und drei Langsprint-Quartetten mit einer Zeit um die 3:26 Minuten – unter anderem der TV Wattenscheid 01.Weitere Informationen:
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