Quelle: FLVW
Die Präsidiumsmitglieder Andrea Bokelmann und Marianne Finke-Holtz (außen) freuen sich über den gelungen Abend mit Dr. Alena Schmelz, Dr. Lea Rogge-Herper, Kathrin Peter, U-Nationaltrainerin, Kyra Malinowski, Cheftrainerin der Frauen des VfL Bochum
Beim vierten Frauen-Netzwerktreffen im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) wurde ein schweres, aber wichtiges Thema aufgemacht. Unter dem Motto „Spielregeln der Biologie und deren Einfluss im Sport“ tauschten sich 60 Frauen im SportCentrum Kaiserau zur Frauengesundheit aus. Darunter auch Kathrin Peter, DFB-U-Nationaltrainerin, und Kyra Malinowski, Cheftrainerin der Frauen des VfL Bochum.
„Ich habe heute so viel gelernt und bin echt dankbar, dass ihr das Thema aufgemacht habt“, urteilte Silke Althaus aus Münster am Ende des Abends. Vier hochkarätige Expertinnen hatte Gastgeberin Marianne Finke-Holtz, Vizepräsidentin im FLVW, eingeladen, die über den Einfluss von Zyklus, Hormonen und Physiologie auf Training, Leistung und Gesundheit referierten.
60 Frauen kamen zum vierten Frauen-Netzwerktreffen in die Rotunde des SportCentrums Kaiserau. [Fotos: FLVW]
Den Anfang machten Dr. Alena Schmelz und ihre Kollegin Dr. Lea Rogge-Herper. Sie hielten einen Vortrag zu „Menstruationszyklus im Sport. Ein Thema, über das wir reden sollten“ und sorgten für den ein oder anderen Aha-Effekt. Die beiden erteilten einem generalisierten zyklusbasierten Training gleich am Anfang eine Absage. „Jede Frau ist anders und das betrifft auch den Zyklus. Allgemeingültige Aussagen können wir da gar nicht treffen. Also davon auch keine generellen Trainingspläne ableiten“, erklärte Schmelz. Die beiden Medizinerinnen der Praxis Ruhr Medizin Schwerte warben aber eindringlich dafür, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Zyklusbeautrage bei den U-Nationalteams
Das unterstützten auch die beiden Frauen aus der Praxis, die neben den Ärztinnen in dem sich anschließenden Podiumsgespräch aus der Praxis erzählten. Kathrin Peter, DFB-U-Nationaltrainerin, und Kyra Malinowski, Cheftrainerin der Frauen des VfL Bochum, gaben Einblicke in ihre Arbeit. Peter erklärte, wie wichtig es sei, Vertrauen aufzubauen. „Bevor ich mit Trainingsplänen um die Ecke komme, brauche ich erst einmal den Menschen. Die Spielerin muss wissen, dass sie sich auf mich verlassen kann und dass wir über alles reden können“, sagte sie. Und berichtete weiter von der „Zyklusbeauftragten“ im Team der U-Nationalmannschaften. Diese fragt täglich ab, wie sich die Spielerinnen fühlen, ob sie ihre Tage haben, wie sie geschlafen haben. Daraus entsteht dann ein Bild.
Hochkarätig besetztes Podiumsgespräch: (v. li.) Dr. Alena Schmelz, Dr. Lea Rogge-Herper, Kathrin Peter, DFB-U-Nationaltrainerin, und Kyra Malinowski, Cheftrainerin der Frauen des VfL Bochum.
Auch Malinowski berichtete vom sogenannten Tracking. „Wir haben erst in dieser Saison damit angefangen, aber es hilft uns sehr.“ Auch der VfL fragt solche Daten bei den Spielerinnen ab, die dann zum Beispiel vom Physiotherapeuten beurteilt werden. „Gerade heute hatte ich einen Fall, bei dem unser Physio anhand der Daten empfohlen hat, schonender zu trainieren. Deshalb haben wir dann die Läufe zum Schluss weggelassen“, so Malinowski.
Tipps für die Praxis
Daneben ging es auch um Verletzungsanfälligkeit und besonderes Training. Die einhellige Empfehlung von allen Expertinnen dabei: Krafttraining und Stabi-Übungen sind unerlässlich. „Und das nicht nur in der Vorbereitung, sondern regelmäßig“, urteilte die Bochumer Trainerin, die selbst drei Kreuzbandrisse während ihrer Fußballkarriere erlitt.„Es ist wichtig, dass Mädchen und Frauen wissen, wie es ihnen geht und einschätzen können, was sie an diesem Tag leisten können“, erklärte Medizinerin Schmelz. „Und es ist wichtig, dass auch Trainerinnen da genau hinschauen“, ergänzte Peter, die sich dieses Thema auch in der Ausbildung wünscht.
„Der Abend heute war toll“, urteilte eine Teilnehmerin aus dem Kreis Ahaus-Coesfeld. „Ich hoffe, es war ein Anfang für mehr zu diesem Thema.“

Traditionell geht es bei dem Treffen auch immer um den Austausch untereinander - mit viel guter Laune.
Weitere Informationen:
- Christina Rühl-Hamers, Finanzvorständin von FC Schalke 04, und Svenja Schlenker, Direktorin Frauen-und Mädchenfußfußball von Borussia Dortmund, zu Gast beim Frauen-Netzwerktreffen
- Annike Krahn, Bundesliga-Schiedsrichterin Kathrin Heimann und der Sportpsychologin Dr. Annika Hof zum Berge im Mittelpunkt

