Unter dem Kampagnen-Motto „Wir sind dran“ bündelt der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) verschiedene Maßnahmen zur Förderung des Frauen- und Mädchenfußballs. Das erklärte Ziel: 25 Prozent mehr Frauen und Mädchen im westfälischen Fußball. Dabei geht es nicht nur um Spielerinnen, sondern auch um Trainerinnen, Schiedsrichterinnen und Funktionärinnen.
2022 hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Strategieentwicklungsprojekt zur Förderung von Frauen und Mädchen an den Start gebracht: DFB-Assist. Der FLVW war von Anfang dabei, erst als Pilot-Landesverband, jetzt mit seiner eigenen Kampagne und einer entsprechenden Strategie samt Kennzahlen. Auch die Fußballkreise sind dort mit ihren Maßnahmen hinterlegt. Es wurden in allen Regionen Westfalens Ansprechpersonen implementiert. Dazu gibt es die Öffentlichkeitswirksame Kampagne „Wir sind dran“.
Strategie, Ziele, Meilensteine
Nach einer Ist-Analyse der Zahlen auf Verbandsebene und in den 29 Kreisen hat ein Projektteam unter Beteiligung des Präsidiums, verschiedener hauptamtlicher Bereiche und Vertreter*innen der Kommissionen Frauen- und Mädchenfußball ein Strategiepapier entwickelt. Dort hinterlegt sind acht Ziele, denen entsprechende Maßnahmen und Entwicklungsschritte zur Erreichung verbindlich zugeordnet sind. Die Maxime: Wir in Westfalen schaffen flächendeckend die Voraussetzung, damit Mädchen und Frauen selbstverständlich, dauerhaft und gleichberechtigt ihren Platz im Fußball finden und ihr Potenzial entfalten können.
„Wir setzen auf vielfältige, frühe Einstiegsangebote für Mädchen in den Fußball und bieten reine Frauenlehrgänge in der Trainerinnen-Qualifizierung oder Schiedsrichterinnen-Stammtische. So überwinden wir Hemmschwellen beim Einstieg.“
Marianne Finke-Holtz (FLVW-Vizepräsidentin)
Das bedeutet zum Beispiel Fußballangebote für Mädchen und Frauen zu schaffen, die sie in maximal 15 bis 20 Kilometern erreichen - ihnen somit flächendeckend Zugang zum Fußball zu ermöglichen. Hier waren die Kreise gefordert, ihre "weiße Flecken" zu identifizieren und auf den Kreis zugeschnittene Lösungen zu kreieren. Das gemeinsame FLVW-Ziel ist es, 25 % mehr aktive Spielerinnen zu gewinnen und dabei weniger Spielerinnen beim Übergang von den D- auf die C-Juniorinnen zu verlieren. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, wurden bestehende Angebote und neue Ideen gebündelt.
Der Ansatz dabei ist ganzheitlich. So kommen Ziele und entsprechende Maßnahmen aus den Bereichen Qualifizierung, Spielerinnen, Vereinslandschaft, Wettbewerbe, Vielfalt in den Gremien und Netzwerkarbeit.

Übersicht der Ziele und Maßnahmen zur Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs in Westfalen.
Die Angebote wurden passgenau für alle Zielgruppen entwickelt:
• Angebote für Trainerinnen: Lizenz-Lehrgänge und Sonderlehrgänge speziell für Frauen
• Angebote für Schiedsrichterinnen: Schiri-Anwärter-Lehrgänge und Sonder-Lehrgänge für Frauen und Mädchen
• Angebote für Mädchen: Tag des Mädchenfußballs
• Leadership-Programm für Frauen: Jetzt informieren und bewerben
• Weibliche Talentförderung: Alle Infos
• Frauen-Westfalenpokal: Alle Infos
• Angebote für Vereine: FLVW Liveschalte: Frauen und Mädchenfußball und Vorstandstreff Mädchen und Frauenfußball
Die vielfältigen Maßnahmen zeigen Wirkung - deutschlandweit hat Westfalen die meisten „Tage des Mädchenfußballs“ und ist führend bei der Durchführung von Leadership-Programmen für Frauen. Die Anzahl von qualifizierten Trainerinnen wächst und auch die Entwicklung der Mitgliederzahlen zeigt, dass der FLVW wird weiblicher.
Kreisprojekte und ihre Ziele
Gemeinsam – an einem Strang ziehen! Das ist das Credo und deshalb ist ein wichtiger Bestandteil die Einbeziehung der Kreise. Aus diesem Grund gibt es:
- Regionalgespräche: Seit 2022 haben sich sechs verschiedene Regionen im westfälischen Verbandsgebiet gebildet. Hier treffen sich Kreisvorsitzende, die Koordinator*innen Frauen- und Mädchenfußball, Vorsitzende der Kreis-Jugend-Ausschüsse sowie weitere ausgewählte Vertreter*innen der FLVW-Kreise und besprechen aktuelle Zahlen und Ideen auf Kreisebene.
- Arbeitsgruppen auf Kreisebene: In Zusammenarbeit mit den Vereinen werden dort Strategien und entsprechende Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, die auf die Bedingungen im Kreis zugeschnitten sind.
Vielfältige Maßnahmen werden in den Kreisen entwickelt und umgesetzt. Die Liste der Best-Practice-Beispiele ist lang:
- Frauenfußball-Stammtische: Dabei kommen in jeder Region regelmäßig aktive Spielerinne und Funktionär*innen zusammen, um sich auszutauschen und Bedürfnisse zu besprechen.
- Spezielle Angebote für Mädchen wie die Grundschulturniere für Mädchenfußball-AGs als gemeinsame Aktion der Kreise Steinfurt und Tecklenburg oder die Mädchen Fußball-Woche aus den Kreisen Arnsberg und Beckum.
- UEFA Playmakers: Die UEFA Playmakers ist ein Kurzprojekt, das insgesamt zehn Trainingseinheiten umfasst und von Grundschulen in Kooperation mit Vereinen ausgerichtet wird. Innerhalb der Einheiten schlüpfen die Mädchen in die Rollen bekannter Disney-Charaktere. Dei Begeisterung bei der Umsetzung im Kreis Münster bei den Mädchen war rierig.
- Fragebogen aus dem Kreis Beckum zum aktuellen Stand Frauen- und Mädchenfußball
- Interaktive Karte mit Vereinen, die Angebote für Frauen und Mädchen haben
- Viele Kreis haben auf googlemaps ihre Frauen- und Mädchenfußballteams mit Verlinkung hinterlegt wie der Kreis Ahaus-Coesfeld. Teilweise setzen Kreise dies auch für Veranstaltungen wie den Tag des Mädchenfußballs um.
- Stammtisch für Schiedsrichterinnen im Kreis Steinfurt
- Spezielle Angebote wie die Spielführerinnen-Schulung aus dem Kreis Münster
Ansprechpersonen für jede Region

Übersichtskarte der Regionen für die es unterschiedliche Ansprechpersonen gibt.
Für jede Region in Westfalen gibt es Ansprechpersonen, die Interessierten und Vereinen mit Rat und Tat zur Seite stehen:
- Hochstift I OWL (orange):
Larissa Struck: Larissa.Struck@flvw.de
Jana Schulz: Jana.Schulz@flvw.de - Mitte (gelb):
Larissa Struck: Larissa.Struck@flvw.de
Nico Hiedels: Nico.Hiedels@flvw.de - Münsterland:
Marianne Finke-Holtz: Marianne.Finke-Holtz@flvw.de - Sauerland I Siegerland (blau):
Marianne Finke-Holtz: Marianne.Finke-Holtz@flvw.de
Jana Schulz: Jana.Schulz@flvw.de - Ruhrgebiet I Münsterland (grün):
Marianne Finke-Holtz: Marianne.Finke-Holtz@flvw.de
Anstoß und Unterstützung durch den DFB: DFB-Assist
2021 hat der DFB das Projekt DFB-Assist ins Leben gerufen. Es ist das Strategieentwicklungsprojekt des DFB und ist Teil der "Strategie Frauen im Fußball FF27". Es hat das Ziel, die Landesverbände dabei zu unterstützen, eigene, landesverbandsspezifische Strategien zu entwickeln. In einem rund sechsmonatigen Prozess wurden die Landesverbände hierbei durch verschiedene Workshops geführt. Der DFB stellte dafür datenbasierte Reports der Landesverbände zur Verfügung, ehe auf Grundlage dieser Basis zunächst eine SWOT-Analyse der aktuellen Situation erstellt wurde. Anschließend wurde eine Vision, Schwerpunkte, Handlungsziele und Maßnahmen für die folgenden Jahre entwickelt. Der FLVW wurde als erster Landesverband aus Pilot ausgesucht. Die erste Arbeitsgruppen-Sitzung fand zusammen mit dem DFB, dem FLVW-Präsidium und Vertreter*innen aus den Kommissionen Mädchen- und Frauenfußball am 19. November 2021 statt.
- Hier zum Erklärvideo auf YouTube
- FAQ: Alle Infos zum Projekt DFB-Assist
„Wir sind dran“
Unterstützt wird das Maßnahmenpaket durch die Öffentlichkeitschaffende Kampagne „Wir sind dran“. Ein Logo, Werbematerialien und Aufsteller, die auf Turnieren, Lehrgänge oder Tagungen zu sehen sind, geben der Strategie den Rahmen. „Wir wollten den Frauen und Mädchen ein Gesicht geben und dabei alle abbilden, für die wir diese Strategie umsetzen: Spieler*innen, Trainer*innen, Schiedsrichter*innen, Frauen in Vorständen und Gremien“, sagt Finke-Holtz.Ansprechperson



