Quelle: I. Hensel
Seine Goldmedaille über 100 Meter war eine Riesen-Überraschung: Ilja Reimchen vom TV Wattenscheid
Beim Auftakt des DM-Dreierpacks im Lohrheidestadion in Bochum-Wattenscheid lief es aus westfälischer Sicht äußerst erfolgreich. Insgesamt durften sich die Vereine aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) über 20 Medaillen (1x Gold, 12x Silber und 7x Bronze) freuen.
Los ging es mit der starken Edelmetall-Ausbeute bereits am Freitagnachmittag. Den Auftakt machte die Startgemeinschaft Olpe/Lennestadt in der 4x100-Meter-Staffel der weiblichen U23. Die Bronzemedaille erliefen Hannah Brieden (TV Olpe, goldgas Talent-Team), Hannah Bauermann (SC Olpe, goldgas Talent-Team), Alea Bremecker (SC Olpe) und Liv Heite (TV Olpe). Ebenfalls am Freitag sorgte goldgas Talent Juna Duwenbeck für eine Überraschung. Die U18-Athletin von der LGO Dortmund holte mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 44,71 Meter Bronze im Diskus. Eine erstaunliche Leistung, da sie erst seit Kurzem den Fokus auf die Scheibe legt.
Ein Ausrufezeichen im Kreis der älteren Konkurrenz der weiblichen U23 markierte die frisch zum goldgas Talent des Jahres gekürte Favour Adesokan (Jahrgang 2008) vom TV Wattenscheid. Die Diskuswerferin beförderte das Wurfgerät auf beachtliche 55,71 Meter und sicherte sich damit Rang zwei. Bemerkenswert ist auch das Gesamtergebnis der westfälischen Athletinnen in dieser Disziplin. Auch die anderen beiden Teilnehmerinnen Frieda Echterhoff (TV Wattenscheid) und Romi Griese (LC Paderborn) landeten mit Rang vier und fünf unter den Bestplatziertesten.
Am Freitagabend gingen die Hindernisläufe der verschiedenen Altersklassen über die Bühne. Silas Zahlten (LG Brillux Münster) zählte über 3.000 Meter zu den Favoriten bei der männlichen U23. Nach einem spannenden Rennen konnte der Vorjahressieger den starken Schlussspurt seines Konkurrenten Noah Cais leider nicht ganz mitgehen und gewann am Ende Silber.
Erfolgreicher Samstag mit goldenem Höhepunkt
Am Samstag nahm die westfälische Medaillenjagd dann richtig Fahrt. Lyra Okapara (SV Brackwede, goldgas Talent-Team) konnte ihre tolle Form der FLVW-Meisterschaften bestätigen und sogar noch etwas draufpacken. Die Ostwestfälin steigerte ihre persönliche Bestleistung um einen weiteren Zentimeter auf 1,77 Meter. Der Lohn: Silber im Hochsprung in der Altersklasse U18 und ein Ticket für die U18-EM im italienischen Rieti.Jonathan Perner (Recklinghäuser LC, goldgas Talent-Team) lieferte sich in der AK U18 einen packenden Fight im Langsprint. Nach 400 Metern lief er mit 49,14 Sekunden auf Rang drei ein und nahm die Bronzemedaille mit nach Hause. Joana Herrmann vom SV Teuto Riesenbeck sprang im Hochsprung bei der weiblichen U23 mit 1,83 Meter auf den Bronzerang.

Holte sich gleich zwei Medaillen: Jolina Ernst voim TV Wattenscheid [Foto: I. Hensel].
Bei den 100-Meter-Sprints freute sich Westfalen gleich über mehrere Medaillen. In der Konkurrenz männliche U23 sicherte sich Nils Bovekamp von der LG Brillux Münster den Silberrang mit 10,60 Sekunden. Jolina Ernst vom TV Wattenscheid durfte als einzige westfälische Vertreterin an diesem Wochenende gleich zwei Medaillen nach Hause nehmen. Die Lokalmatadorin landete in der weiblichen U23 mit 11,33 Sekunden (Saisonbestleistung) auf Rang zwei über 100 Meter. Die gleiche Platzierung holte die Wattenscheiderin am Sonntag über 200 Meter, wo sie mit 23,11 Sekunden eine neue persönliche Bestleistung aufstellte.
Für den Höhepunkt des Wochenendes sorgte am Samstagabend ihr Vereinskollege Ilja Reimchen (goldgas Talent-Team). Der Sprinter siegte über 100 Meter in einem Wimpernschlag-Finale mit einer Hundertstel-Sekunde Vorsprung vor seinen U18-Konkurrenten. Für Ilja lief der gesamte Wettkampf-Tag hervorragend. Bereits im Vorlauf und Halbfinale konnte der Wattenscheider seine persönliche Bestzeit pulverisieren. Im Finale setzte der 15-Jährige noch einen drauf und flog mit 10,57 Sekunden über die Ziellinie. „Ich hatte schon auf eine Medaille gehofft, aber mit Gold hätte ich niemals gerechnet. In jedem Lauf eine neue PB, das war wirklich unglaublich. Ich bedanke mich bei meiner Trainer Monika Merl, die für mich da war und mich motiviert hat“, zeigte sich der 15-Jährige hocherfreut über den Platz ganz oben auf dem Podest. Ilja darf damit ebenfalls die deutschen Farben bei der U18-EM in Italien vertreten.
Einen starken dritten Platz erlief Theo Gröver (LGO Dortmund, goldgas Talent-Team) im 1.500 Meter Rennen. Den Schlussspurt seiner beiden Konkurrenten konnte der Mittelstreckler mitgehen und kam mit 4:06,69 Minuten und einer Sekunde Rückstand dicht hinter den beiden Schnellsten über die Ziellinie. Den Medaillen-Schlusspunkt am zweiten Wettkampf-Tag setzte goldgas Talent Jonathan Albustin über 3.000 Meter in der AK U18. Der Langstrecken-Spezialist von der LG Brillux Münster musste sich Maximilian Rath mit einer Sekunde Rückstand (8:41,87 Minuten) nur ganz knapp geschlagen geben, darf sich aber über Silber und die EM-Teilnahme freuen.
Weitere Medaillen und EM-Qualis am Sonntag
Erfreulich ging es auch westfälischer Sicht auch am letzten Wettkampf-Tag weiter. Auf dem Programm standen u.a. sämtliche Hürden-Entscheidungen. Dort feierten die Vereine des FLVW mehrere Erfolgserlebnisse. Äußerst emotional ging es über die 100 Meter Hürden bei der weiblichen U18 zu. Thalia Rabe vom TV Gladbeck flog mit neuer Bestzeit (13,44 Sekunden) über die Hindernisse ins Ziel. Der zweite Platz und die damit verbundene EM-Quali lösten Freudentränen beim goldgas Talent aus.
Emotionen pur: Silbermedaille und EM-Quali für Thalia Rabe vom TV Gladbeck [Foto: I. Hensel].Für eine faustdicke Überraschung sorgte ihr Vereinskollege Tobias Peelen bei der männlichen U23. Für den Gladbecker war bereits die Endlauf-Teilnahme über 400 Meter Hürden ein großer Erfolg. In diesem profitierte der Langsprinter vom Sturz des vor ihm liegenden Kontrahenten und durfte sich am Ende mit der neuen persönlichen Bestleistung von 52,06 Sekunden über Bronze freuen. Über 110 Meter Hürden (AK U23) konnte Lukas Kleinschrodt von der LG Brillux Münster ebenfalls ein Missgeschick eines gleichauf liegenden Athleten für sich nutzen. Der Münsteraner lief als Zweitschnellster ins Ziel und holte sich die Silbermedaille.
Ähnlich erfolgreich verlief der Speerwurf der weiblichen und männlichen U18. In dieser Disziplin gab es zweimal Edelmetall zu bejubeln. Miranda Wolf (OWL Athletics, goldgas Talent-Team) warf den Speer auf 47,34 Meter. goldgas Talent Patrick Hüskens Wurfgerät landete bei 64,60 Meter. Das bedeutete neue persönliche Bestleistung und die Silbermedaille für den Mehrkämpfer von der LG Brillux Münster.
Vorjahressiegerin Karolina Haas von der LG Olympia Dortmund lief mit 2:07,47 zur Bronzemedaille über 800 Meter bei der weiblichen U23. Ihr Vereinskollege Hendrik Hohmann setzte mit 5,22 Meter im Stabhochsprung bei der männlichen U23 und der damit verbundenen Silbermedaille den Schlusspunkt unter ein erfolgreiches Wettkampf-Wochenende.Gleich mehrere Athletinnen und Athleten verfehlten die Podestplätze nur knapp. 61 Top Acht-Platzierungen unterstrichen die erfreulichen westfälischen Resultate bei der U18/U23-DM.

