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U16-Talente sorgen für Sensationen bei „Heim-DM“ in Wattenscheid

Hannah Knüfer
Quelle: I. Hensel
Vom Underdog zum Meistertitel: goldgas Talent Hannah Knüfer vom TV Friesen Telgte sorgte für eine der Sensationen beim DM-Wochenende in Wattenscheid.

Fünf Mal Gold, sechs Mal Silber und neun Mal Bronze – mit der Bilanz von insgesamt 20 Medaillen waren die Leichtathletik-Talente aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband am Wochenende äußerst erfolgreich. In Wattenscheid wurden die deutschen Meisterschaften der U16 und U20 ausgetragen. Der jüngere Nachwuchs steuerte dabei zwölf Mal Edelmetall hinzu – die Übersicht (hier zur Übersicht der U20).

Bei 3,20 Meter war Alissa Reiter (Stabhochsprungverein Horn-Bad Meinberg-Lippe) in die Stabhochsprung-Konkurrenz eingestiegen – und das ohne Fehlversuch. Die nachfolgenden Höhen von 3,30 bis 3,50 Meter meisterte sie dann erst im zweiten Versuch. Dennoch sollten die 3,50 Meter für das goldgas Talent zum Titelgewinn reichen. „Meine Bestleistung liegt natürlich ein wenig höher, aber ansonsten bin ich schon sehr zufrieden. Es war schon sehr aufregend, aber ich habe einfach versucht cool zu bleiben und versucht, mich darauf einzulassen“, resümierte die neue Deutsche U16-Meisterin.

Anschließend ließ sie 3,61 Meter, die eine neue Bestleistung für sie bedeutet hätte, auflegen. Nach allen drei Versuchen fiel die Latte. „Auf jeden Fall habe ich die Höhe probiert. Ich weiß gar nicht, was mir noch für die neue Höhe gefehlt hat. Man war natürlich am Ende schon ein wenig erschöpft. Ich habe nochmal alles gegeben. Im letzten Versuch hätte ich vielleicht noch ein bisschen mehr durchziehen müssen, aber das wird sich schon irgendwann ergeben“, sagte Alissa Reiter.

Ihre Bestleistung stellte derweil Felicia Richter (Leichlinger Turnverein) mit 3,40 Metern ein. Sie gewann Silber vor der höhengleichen Lale Luise Mesch (LG Lippe-Süd / goldgas Talent-Team), die sich einen Fehlversuch mehr leistete und mit 3,40 Metern Bronze gewann.

Alissa Reiter (Stabhochsprungverein Horn-Bad Meinberg-Lippe / goldgas Talent-Team) springt zu DM-Gold [Fotos: Iris Hensel].
 

goldgas Talent Hannah Knüfer holt sensationell Gold

Vom Underdog zum Meistertitel: Das gelang Hannah Knüfer (TV Friesen Telgte) im Weitsprung. Um sie in der Meldeliste zu finden, musste man einige Namen durchgehen. Angesichts ihrer Vorleistung von 5,45 Metern gehörte sie nicht unbedingt zu den Favoritinnen. Doch auf einmal war sie mittendrin im Kampf um die Medaillen und sogar um den Meistertitel. Bereits im ersten Versuch steigerte sie ihre Jahresbestleistung auf 5,53 Meter. Und damit nicht genug: Im dritten Durchgang gelang ihr ein Satz auf 5,76 Meter, mit dem sie sogar die Führung übernahm.

Die ging zwischenzeitlich zwar wieder verloren, doch Hannah Knüfer hatte ihren besten Sprung noch immer nicht gezeigt. Mit neuer Bestleistung von 5,89 Metern im sechsten Durchgang durfte sie in einer packenden Entscheidung über den Meistertitel jubeln. „Ich hatte das nicht erwartet, weil ich mit als Letzte gemeldet war. Ich hatte gar keine Erwartungen an diesen Wettkampf. Ich wollte einfach Spaß haben“, berichtete die Siegerin. Die als Jahresbeste angereiste Luka Anuschka Nemitz (LAC Berlin) lag mit 5,86 Metern nur drei Zentimeter hinter der Siegerin aus dem goldgas Talent-Team. 


goldgas Talent Kira Krönert nach Titelgewinn erleichtert

Große Erleichterung bei Kira Krönert (CLV Siegerland & goldgas Talent-Team), die einen sehr stabilen Wettkampf im Dreisprung ablieferte. Im dritten Versuch gelang ihr der Ausreißer auf 11,97 Meter. Mit der neuen Bestmarke sprang sie am Ende sogar gan oben aufs Podest. Die Freude darüber war ihr nach dem Wettkampf anzusehen. „Ich habe mir solch einen Wettkampf erhofft. Ob es dann im Endeffekt immer so wird, ist dann immer die Frage. Man hat geträumt davon, wenn man als Erster gemeldet ist. Ich bin mega stolz, dass ich das noch geschafft habe, weil wir über den Sommer hinweg dafür sehr viel trainiert haben. Dass dann auf die Bahn zu bringen, bei so einem großen Wettkampf mit so viel Aufregung und Adrenalin, das freut mich sehr.“

Besonders gefreut habe sie sich natürlich über ihre neue Bestmarke, mit der sie an der 12-Meter-Marke kratzte. „Der Sprung hat sich unglaublich angefühlt, es hat richtig viel Spaß gemacht. Ich habe gemerkt, dass ich die Beine lang rausschieben konnte und den letzten Sprung gut getroffen habe. Dann hatte ich viel Platz nach vorn, es hat dann alles geklappt“, zeigte sie sich erleichtert. Ihre erste Reaktion viel dementsprechend emotional aus: „Ich musste weinen. In mir drin waren so viele Gefühle, die sich über die Zeit aufgestaut haben, weil man auch weiß, dass viel Arbeit dahintersteckt.“

Den kleinen Wermutstropfen, nicht die 12-Meter-Marke übersprungen zu haben, konnte sie verschmerzen. „Ich weiß, dass da noch Potenzial ist. Der letzte Versuch war ungültig. Der wäre bestimmt über 12 Meter gewesen. Ich weiß nicht, wie viel er über dem Brett war. Die Weite greifen wir nächstes Jahr wieder an.“

Die Hoch-, Weit- und Dreispringerinnen lieferten ab – so wie die neue deutsche Meisterin Kira Krönert (CLV Siegerland & goldgas Talent-Team).


Olivia Wolf im Hochsprung und im Hürdensprint erfolgreich

Neun Teilnehmerinnen im Hochsprung nahmen Anlauf für neue Höhenflüge. Die Einstiegshöhe lag bei 1,52 Metern – und alle neun sollten diese wie auch 1,57 und 1,61 Meter meistern. Danach blieben bei 1,65 Metern noch fünf Springerinnen übrig, darunter die beiden mit den besten Vorleistungen gemeldeten Lisa Bender (TSV Baltmannsweiler) und Olivia Wolf (LG Kindelsberg Kreuztal), die in diesem Sommer bereits 1,72 Meter übersprungen hatten. Genau bei dieser Höhe sollte sich der Medaillenkampf entscheiden.

Bei Olivia Wolf fiel die Latte dreimal. Ebenso wie bei Mara Dittberner (Berlin Athletics Capital Club). Das goldgas Talent hatte zuvor die 1,70 Meter im zweiten Versuch gemeistert, wofür es Silber gab. Doch damit nicht genug: Am Sonntag gewann die vielseitig veranlagte Südwestfälin in 11,67 Sek. auch noch Bronze über 80 Meter Hürden.


goldgas Talent Rafael Hesse springt zu Silber und Bronze

Einen Zentimeter-Krimi lieferten sich die Dreispringer: Zwischen Gold und Platz fünf lagen gerade einmal acht Zentimeter. Im Endkampf nahm der Wettbewerb dann richtig an Fahrt auf. Die Medaillenplätze waren mehr als hart umkämpft. Bei dem Nervenspiel hatte Nick Dittrich (SV Turbine 1948 Frankenberg) im fünften Versuch mit 12,64 Metern ordentlich vorgelegt. Dann begann das große Zittern um den Titelgewinn. Am nächsten sollte ihm Rafael Hesse (LAZ Soest) im sechsten und letzten Versuch mit 12,62 Metern kommen. Auf Rang drei katapultierte sich Paul Zukunft (LG Steinlach-Zollern) mit persönlicher Bestweite von 12,57 Metern. Im Weitsprung holte Hesse, der dem goldgas Talent-Team angehört, in 6,34 m zudem Bronze.

Kugelstoßer Ben Krome von der LG Lippe Süd gewann mit 15,52 Metern Silber. Erst im fünften Versuch wurde die Führungsweite des goldgas Talents vom neuen deutschen Meister Nico Levenhagen (1. Leichtathletik-Club Dessau / 15,67 Metern) übertroffen.


Drei westfälische Medaillen auf der Laufbahn

Zu Beginn des Finals über 800 Meter war das Tempo nicht allzu hoch. Ganz vorn dabei: Magdalena Kroiß (TG Kitzingen), die gut 250 Meter vor dem Ziel das Rennen etwas flotter gestaltete. Die letzten 100 Meter wurden zu einer Spurtentscheidung. Wer hat noch Körner und das nötige Stehvermögen? Es war Magdalena Kroiß, die sich für ihre Führungsarbeit mit dem Titel in 2:23,95 Minuten belohnte, gefolgt von Annemieke Ewens (SuS Oberaden / 2:24,32 min) und Johanna Hoffeins (LG Brillux Münster / 2:24,45 min). 

Über Bronze durfte sich bereits am Freitagabend die Staffel der LG Olympia Dortmund mit Zoe Timusk, Samuela Appiah, Emmanuela Appiah und Hailey Sophie Fofara in 48,20 Sekunden freuen.


Weitere Informationen:

  • Acht Mal Edelmetall für U20-Talente bei DM in Wattenscheid
  • Alles zur DM auf leichtathletik.de

[leichtathletik.de & FLVW.de]

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