Quelle: I. Hensel
Ganz stark: Alvin Mawumba vom TV Wattenscheid 01 sprintete im heimischen Lohheidestadion erst über 100 Meter zu Bronze und holte am Sonntag gar den DM-Titel über 200 Meter.
Fünf Mal Gold, sechs Mal Silber und neun Mal Bronze – mit der Bilanz von insgesamt 20 Medaillen waren die Leichtathletik-Talente aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband am Wochenende äußerst erfolgreich. In Wattenscheid wurden die deutschen Meisterschaften der U16 und U20 ausgetragen. Der ältere Nachwuchs steuerte dabei acht Mal Edelmetall hinzu – die Übersicht (hier zur Übersicht der U16).
Wer sichert sich die ersten beiden Tickets für die U20-WM in Eugene (USA / 5. bis 9. August)? Diese Frage stellte sich am Freitag vor der ersten Titelentscheidung in den technischen Disziplinen. Und die Vorzeichen im Diskuswurf standen mehr als gut, gleich vier Athletinnen hatten den Richtwert in der laufenden Saison bereits übertroffen. Entsprechend spannend entwickelte sich der Wettbewerb zu dem erwartet engen Kampf um die vorderen zwei Platzierungen.Nach einem ungültigen Versuch zum Einstieg war es zunächst Lokalmatadorin Favour Adesokan (TV Wattenscheid 01), die sich unter Jubelschreien im Stadion mit 53,55 Metern in Führung brachte und sogar noch auf 54,43 Meter steigern konnte. Eine Weite, die keine der Konkurrentinnen mehr überbieten konnte. Der DM-Titel und das erste WM-Ticket waren vergeben.
„Ich freue mich sehr darüber, im eigenen Stadion gewonnen zu haben. Das war das Ziel. Dass Anna-Maria mit über zwei Meter PB geworfen hat, ist toll und hat mir am Ende noch etwas Druck gemacht. Ich freue mich sehr, nach dem Titel in der U18 vergangenes Jahr nun auch in der U20 gewonnen zu haben. Ich habe dieses Jahr meine beste Saison, die ich je hatte, und freue mich schon seit Wochen auf die WM. Jetzt gehen wir noch einmal ins Training, dann werde ich in zwei Wochen zum ersten Mal bei den Frauen bei den Deutschen Meisterschaften starten und danach geht es direkt nach Eugene“, sagte Siegerin Favour Adesokan, die erst vor wenigen Wochen zum goldgas Talent des Jahres ausgezeichnet worden war.

DM-Titel gewonnen und WM-Ticket in der Tasche: Einmal mehr konnte die Wattenscheider Diskuswerferin Favour Adesokan eine Glanzleistung im Ring zeigen [Fotos: Iris Hensel].
Bronze und Gold für Alvin Mawumba
Gleich doppelten Grund zur Freude hatte Alvin Mawumba. Nach starkem Bronze-Lauf am Samstagabend über 100 Meter (10,36 Sek. / PB) setzte sich der Sprinter des TV Wattenscheid 01 am Sonntag über 200 Meter die DM-Krone auf. Dabei machte es der Lokalmatador spannend: Denn während die Top Drei nur wenige Meter vor der Ziellinie noch eng beieinander lagen und Mawumba noch einen winzigen Vorsprung hatte, blickte sich dieser plötzlich nach der Konkurrenz rechts neben ihm um und riskierte damit sogar den fast schon sicher geglaubten Sieg. Erst die Auswertung des Zielfotos brachte dann Erleichterung: In 21,32 Sekunden gewann der Wattenscheider den Titel knapp vor Jakob Bauerschlag (Kieler TB / 21,33 Sek.) und Jonathan Deppe (BTW Bünde / 21,40 Sek.). Alle drei durften sich nicht nur über Edelmetall, sondern auch jeweils eine neue Bestzeit freuen.Im Dreisprung blieben ebenfalls gleich zwei Medaillen im Lohrheidestadion: Die Lokalmatadorinnen Berenike Roos (12,93 m) und Vanessa Jaske (12,61 m / goldgas Talent-Team / beide TV Wattenscheid 01) sprangen jeweils mit persönlicher Bestleistung auf Rang zwei und drei.

In Bestzeit zu Silber: Lya Bourgund vom LAC Veltins Hochsauerland.
Langstrecken-Spezialisten holen Bronze
Über 3.000 Meter Hindernis setzte sich zunächst ein Quartett aus Hannah Lösel (Eintracht Frankfurt), Fiona Bünder (TSV Bayer 04 Leverkusen), Lya Bourgund (LAC Veltins Hochsauerland) und der Jahresbesten Lena Rossmanith (TSV Marktoberdorf) vom restlichen Feld ab. Am Ende wurde es in Bestzeit Silber für Lya Bourgund (10:31,07 min), für die die U20-WM-Norm von 10:26,00 Minuten jedoch noch außer Reichweite war. Die Sauerländerin gehört noch dem jüngeren U20-Jahrgang 2008 an.Über 3.000 Meter gab sich goldgas-Talent Karl Luis Eickmeyer von der LG Olympia Dortmund nach einem unruhigen Rennen, in dem viel im Pulk gelaufen wurde und es auch Stürze gab, unbeeindruckt und durfte sich am Ende in 8:34,98 min. über die Bronzemedaille freuen.

