Quelle: Leon Kügeler/picture alliance/DFB
Sabine Schwirn von der SG Bockum-Hövel auf der Bühne.
100 neue herausragend engagierte Ehrenamtliche wurden durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgezeichnet. Im Club 100 ist jetzt auch Sabine Schwirn. Und nicht nur das. Bei der Ehrungsveranstaltung im Deutschen Fußballmuseum stand sie auf der Bühne und erzählte von einer Premiere, die ganz Hamm beeinflusste.
Sabine Schwirn - eine Amateurin, die den Frauen- und Mädchenfußball in Hamm über Jahre geprägt und mit aufgebaut hat. Ob als Spielerin, Trainerin, Organisatorin oder Abteilungsleiterin, ihr Engagement und ihre Leidenschaft für den Fußball ziehen sich über Jahrzehnte. In der Region Hamm und Bockum-Hövel ist sie für viele das Gesicht des Frauenfußballs. "Ehrenamt ist für mich eine Mission, die erfüllt werden muss und ich bin froh, wenn ich den Verein dabei unterstützen kann", so die 57-Jährige.Schon früh entdeckte die gebürtige Bockum-Hövelerin ihre Begeisterung für den Fußball. Bereits 1974 begann sie im Alter von sechs Jahren zu spielen. Damals noch in einer Jungenmannschaft beim SVA Bockum-Hövel, denn Mädchenmannschaften gab es zu dieser Zeit noch nicht. "Der Fußball hat seit Kindesbeinen wichtigen Stellenwert für mich und war mein zweites Zuhause", so Schwirn. Damit war sie das erste spielende Mädchen im Hammer Fußball. 1982 wechselte sie schließlich in die Frauenmannschaft des Vereins und blieb dort für viele weitere Jahre.
Die nächste Station auf ihrem Weg spielte sich als Mannschaftsführerin bei der Frauenmannschaft des TuS Wiescherhöfen ab. 1993 begann sie außerdem, eine Mädchenmannschaft zu trainieren, was den Grundstein legte für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement.
1996 folgte der Wechsel zur Hammer SpVg, wo sie als Spielerin, Mannschaftsführerin und Trainerin aktiv war. In dieser Zeit konnte sie mit der Mannschaft Aufstiege in die Bezirks- und Landesliga feiern. Parallel trainierte sie von 1997 bis 2005 die U 16-Juniorinnen und führte auch dieses Team erfolgreich in die Bezirksliga.
"Tage des Mädchenfußballs" mit 200 Spielerinnen
2008 kehrte Sabine Schwirn nach Bockum-Hövel zurück - diesmal zu den Sportfreunden Bockum. Dort spielte sie erneut in der Frauenmannschaft, trainierte die B-Juniorinnen und übernahm zusätzlich die Leitung der Frauen- und Mädchenabteilung. Mit der Fusion der Sportfreunde Bockum, des SVA Bockum-Hövel und von Westfalia Bockum-Hövel zur SG Bockum-Hövel schließt sich ihr Kreis von der Spielerin in einer reinen Jungstruppe zur Abteilungsleiterin des Mädchen- und Frauenfußballs.
Doch mit dieser beachtlichen Laufbahn nicht genug, denn auch abseits des Platzes ist sie aktiv, organisierte bereits nationale, sowie internationale Turniere und Hallenkreismeisterschaften und sucht aktiv Kontakt zu Schulen für Kooperationen. Bereits zum achten Mal organisiert sie in diesem Jahr mit einem Helferteam die "Tage des Mädchenfußballs" in ihrem Heimatort. "Vor acht Jahren haben wir hier mit einer kleinen Veranstaltung und drei Schulen gestartet. Inzwischen haben wir über zehn feste Partnerschulen und in den vergangenen Jahren haben bis zu 200 Mädchen teilgenommen", so Schwirn. Dazu gibt es seit über sechs Jahren eine Freundschaft mit einem polnischen Verein, bei dem es jährlich gegenseitig organisierte Fußballcamps für viele der Bockumer Jugenden gibt.
Über all die Jahre hat Sabine Schwirn unzählige Spielerinnen begleitet, gefördert und für den Fußball begeistert. Ihr Einsatz, ihre Erfahrung und ihr Herzblut haben den Frauen- und Mädchenfußball in der Region nachhaltig geprägt. Für viele im Verein und darüber hinaus ist sie deshalb weit mehr als nur eine Trainerin oder Funktionärin - sie ist eine echte Pionierin des Frauenfußballs in Bockum-Hövel und Hamm.
