Dortmund, Samstagabend. Das Deutsche Fußballmuseum ist festlich ausgeleuchtet, die Bühne bereitet, die Gäste erwartungsvoll. Wenn der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zur Ehrung der „Club 100“-Mitglieder lädt, dann geht es um Menschen, die sich für ihre Vereine, für den Amateurfußball engagieren - mit viel Herzblut und noch mehr Zeit.
Der Amateurfußball in Deutschland lebt vom Ehrenamt - und genau dieses Engagement würdigte der DFB auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Auszeichnung "Club 100". Daran nahmen neben DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Peter Frymuth auch Drittligaschiedsrichterin Davina Lutz und der frühere BVB-Keeper Roman Weidenfeller teil. "Der Amateurfußball lebt davon, dass Menschen sich einbringen - auf und neben dem Platz. Jeder einzelne Ehrenamtler leistet Enormes, ohne im Rampenlicht zu stehen. Diese Menschen sind das Rückgrat der mehr als 24.000 Vereine aus unseren Regional- und Landesverbänden. Sie sorgen für Gemeinschaft und Gemeinsinn und sind unerlässlich für den Fußball, aber auch für die Gesellschaft", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf zu Beginn der Veranstaltung.

FLVW-Präsident Manfred Schnieders (li.) nahm zusammen mit dem Ehrenamtsbeauftragten des FLVW Gottfried Dennebier (re. vorne) und Geschäftsführer Thomas Berndsen (re. dahinter) an der Veranstaltung teil.
Und mittendrin: neun Ehrenamtliche aus dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), begleitet von FLVW-Präsident Manfred Schnieders, dem Ehrenamtsbeauftragten Gottfried Dennebier und Geschäftsführer Thomas Berndsen. Einer der Neuen im Club 100 ist Dieter Borgmann vom Hilletal FC. Er erlebt den Abend mit einer Mischung aus Staunen und Dankbarkeit. Und diese Emotionen halten auch am nächsten Tag noch an: „Es war sensationell! Ich hatte den ganzen Abend Gänsehaut“, erzählt er. Schon der Wegweiser vom Parkplatz zum Museum habe ihn beeindruckt. „Und dann waren alle Chefs da - Neuendorf, Frymuth - nur für uns. Das macht Eindruck.“ Borgmann ist keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Umso größer ist seine Freude über die Wertschätzung: „Der ganze Rahmen, was da alles aufgefahren wurde, nur für uns. Da fühlten wir uns sehr wertgeschätzt.“

Sabine Schwirn beeindruckte nicht nur DFB-Präsident Neuendorf mit ihren Erzählungen.
Auf der Bühne sitzt auch eine Westfälin: Sabine Schwirn, Architektin des Mädchenfußballs in Bockum-Hövel. Im Gespräch mit Sportjournalisten Markus Othmer erzählt sie von ihrer Arbeit: von der Organisation internationaler Turniere, von den "Tagen des Mädchenfußballs", bei denen sie über 200 Mädchen auf dem Platz hat oder von ihrer Kooperation mit Schulen. Seit Jahren baut sie im Verein den Frauen- und Mädchenfußball systematisch aus - mit beeindruckender Wirkung. Schnell ist klar, warum sie ausgezeichnet wird.
Auch Dieter Borgmann ist von den Leistungen der Ausgezeichneten beeindruckt. Mit westfälischer Bescheidenheit sagt er am Tag danach noch: „Da fragt man sich schon: Wieso ich? Großer Gott, wie bist du hier gelandet.“ Er lacht dabei. Und appeliert an alle Vereine und FLVW-Kreise: „Macht mit! Meldet eure Leute! Das motiviert so sehr.“
Neun Westfalen, ein gemeinsamer Nenner: Leidenschaft fürs Ehrenamt
Neben Schwirn und Borgmann wurden sieben weitere Ehrenamtliche aus dem FLVW ausgezeichnet – neun Persönlichkeiten, neun Geschichten, ein gemeinsamer Kern: Sie alle investieren Zeit, Herz und Engagement, damit Fußball in Westfalen funktioniert:
- Dieter Borgmann, Hilletal FC (Hochsauerland)
- Bernd Cirkel, CSV SF Bochum-Linden (Bochum)
- Bernd Hüsemann, TuS Levern (Lübbecke)
- Larissa Kohl-Höhne, SC Concordia (Hagen)
- Ralf Scheidewig, VfB 1910 Salzkotten (Paderborn)
- Sabine Schwirn, SG Bockum-Hövel 2013 (Unna-Hamm)
- Kerstin Siewers, DJK TuS Rotthausen 1910 (Gelsenkirchen)
- Meinolf Tewes, SV Dringenberg (Höxter)
- Karl-Heinz Thiele, TuS Neuenrade (Lüdenscheid)
So funktioniert der DFB‑Ehrenamtspreis
Seit 1997 verleiht der DFB im Rahmen der DFB-Aktion Ehrenamt und in Zusammenarbeit mit seinen Landesverbänden einmal im Jahr den DFB-Ehrenamtspreis. Vereine melden hier über ihre Kreise engagierte Vereinsmitarbeitende. Für jeden der 29 Kreise im FLVW wird dem DFB eine Preisträgerin übermittelt. Diese werden zu einem Dankeschön-Wochenende eingeladen, an dem sie - stellvertretend für viele hoch engagierte Vereinsmitarbeitende - für ihre hervorragenden ehrenamtlichen Leistungen geehrt werden. Die einhundert „besten“ Preisträger*innen werden außerdem für ein Jahr in den „Club 100“ des DFB aufgenommen. Sie erwartet neben einer offiziellen Feierstunde auch der Besuch eines Länderspiels der A-Nationalmannschaft sowie weitere Leistungen für deren Vereine. Der Ausschreibungszeitraum für das Jahr 2026 ist vom 1. April bis 31. Mai.
