Quelle: FLVW
Katharina Rozmiarek, Absolventin des dritten Leadership-Programms für Frauen im FLVW (re.)
Im Rahmen der bundesweiten Women’s Week des DFB und seiner Landesverbände rückt der FLVW Frauen in den Mittelpunkt, die den Fußball in Westfalen mitgestalten – auf und neben dem Platz. Eine von ihnen ist Katharina Rozmiarek. Die 31-Jährige engagiert sich seit vielen Jahren im Fußball, spielt selbst aktiv und bringt ihre Erfahrungen heute unter anderem in der FLVW-Kommission Frauenfußball und als Koordinatorin Mädchenfußball im Kreis Münster ein. Ein Meilenstein dabei: ihre Teilnahme am Leadership-Programm des FLVW – ein Angebot, das Frauen im Fußball stärket, vernetzt und begleitet.
Katharina, Du warst 2021 beim dritten Leadership-Programm dabei. Weißt du noch, was deine Beweggründe waren?Rozmiarek: Ich fand das Programm unglaublich spannend. Ich war damals an einem Punkt, an dem ich mich persönlich weiterentwickeln wollte. Es passte einfach genau in die Zeit.
Und – hat das Programm deine Erwartungen erfüllt?
Rozmiarek: Nö! (*lacht*) Mehr als das! Wirklich deutlich mehr. Ich erinnere mich noch gut an das erste Treffen in Kaiserau. Da saßen plötzlich ganz viele engagierte Frauen zusammen, die alle unglaublich viel machen, sich einbringen, Verantwortung übernehmen – und gleichzeitig oft ähnliche Herausforderungen haben: nicht gut Nein sagen zu können, alles unter einen Hut bekommen zu wollen oder sich selbst eher zurückzunehmen. Aber nicht nur meine Kolleginnen haben das Programm zu etwas Einmaligem gemacht, „auch“ die Inhalte. Ich wurde stark gemacht, wir haben uns Schritt für Schritt weiterentwickelt. Es gab Kommunikationstipps, Gesprächsführung, Strategien – also mir hat das unglaublich viel gebracht.
Inwiefern?
Rozmiarek: Kein halbes Jahr nachdem ich angefangen hatte, habe ich vor einer Gruppe einen Vortrag gehalten. Das hätte ich vorher nie gemacht. Mittlerweile ist das gar kein Problem mehr für mich. Heute leite ich Workshops in meiner Firma mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen – und das fühlt sich mittlerweile völlig normal an. Das ist schön (*lacht*). Das Programm war eine echte Initialzündung. Ich habe mir seitdem selbst viel mehr zugetraut. Und ich kann mich immer noch an ein Modell erinnern, eine Strategie um Dinge, die mir wichtig sind, nach vorne zu bringen. Das Bild dazu habe ich immer noch im Kopf. Und es war toll, dass meine Leadership-Kolleginnen, die Referentin oder auch Marianne Finke-Holtz (Vizepräsidentin Vereins- und Verbandsentwicklung im FLVW – Anmerkung der Redaktion) mir vermittelt haben: „Du kannst das.“
Sagen Frauen sich nicht so oft?!
Rozmiarek: Absolut. Auch wenn wir nicht mehr regelmäßig etwas miteinander zu tun haben, wenn wir uns sehen, fühlt es sich an, als ob wir uns schon ewig kennen. Julia hat bei uns im Kreis Münster zum Beispiel eine Spielführerinnen-Schulung geleitet. Oder Anja, die hat mich mal an einen Podcast vermittelt. Oder Francine, die war mal bei einem Vortrag von mir und hat dann in unserer What’sApp-Gruppe ein Foto von mir gepostet… mit dem Text: „Hättet ihr euch das vorstellen können, dass unsere Kathi das hier macht? (*lacht*) Ich kann wirklich sagen, dass ich durch das Leadership-Programm reflektierter geworden bin. Und wenn etwas nicht klappt, ich es einfach noch einmal versuche.

Alle Frauen des dritten Leadership-Programms für Frauen zusammen Vizepräsidenten Marianne Finke-Holtz (li. I Katahrina Rozmiarek, 4. von re.)
Welchen Einfluss hatte oder hat das Leadership-Programm auf deinen Weg im Fußball?
Rozmiarek: Ja, definitiv. Obwohl ich eine Ausnahme bin. So hat mich unser Kreisvorsitzender Norbert Krevert auch vorgestellt. Dass ich einen ungewöhnlichen Weg gegangen bin. Normalerweise geht es ja von Verein zu Kreis zu Verband. Ich war aber gleich zu Beginn schon in einer Verbandskommission, der Kommission Frauenfußball. Erst danach, also 2024 bin ich im Kreis Münster die Koordinatorin Mädchenfußball geworden und so auch im Kreis-Jugend-Ausschuss gelandet. Aber auch durch das Leadership-Programm habe ich ganz andere Kontakte als andere. Und ich organisiere mich ganz anders.
Was würdest du Frauen sagen, die überlegen, selbst am Leadership-Programm teilzunehmen?
Rozmiarek: Macht es. Wirklich. Man lernt unglaublich viel über sich selbst. Über die eigenen Stärken, aber auch darüber, was man eigentlich möchte und erreichen kann. Und man lernt tolle Menschen kennen, die einen oft noch lange begleiten. Und es macht ganz viel mit dem eigenen Selbstwert und Selbstbewusstsein – auf Dauer! Ich kann es euch nur empfehlen.
Vielen Dank für das Gespräch!
[FLVW.de]
