Über 50 Schiris aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim Lehrgang in Berlin.
Immer in den Osterferien richtet der Berliner Fußballverband seinen Schiri-Lehrgang aus. Neben dem Berliner Leistungskader kommt aus jedem deutschen Landesverband ein weiterer Schiri dazu. Auch Referees aus Österreich und der Schweiz sind dabei. Der Meinerzhagener Soennecken wurde vom Verbands-Schiedsrichter-Ausschuss (VSA) für Westfalen nach Berlin geschickt. Ein Erfahrungsbericht:
Der Vorsitzende des Berliner Schiedsrichterausschusses David Dahlhaus eröffnete den Lehrgang und übergab das Wort an die beiden Leiter des Lehrganges, Christoph Beblek und Ralf Böhm. Viele unbekannte Gesichter. Um einander besser kennenzulernen, stellte sich jeder Anwesende im „Speed-Dating“ Format, bedeutet eine Minute pro Person, vor. Im Anschluss stellten die Österreicher ihr Schiedsrichter System vor, gefolgt von den Schweizer Unparteiischen. Besonders interessant fand ich das Wiener System, bei dem die Schiedsrichter zweimal wöchentlich ein „Schiedsrichtertraining“ absolvieren – Abseitstraining, Ansprachen üben, Karten präsentieren.
Mika Soennecken mit Lutz Wagner, Lehrwart des DFB.
Der zweite Tag startete mit Frühsport um 6:30 Uhr, gefolgt von einem Konfitest (Video Szenen bewerten). Wir fuhren gemeinsam zu einem Spiel in der Berlinliga, der höchsten Spielklasse im Berliner Verband, geleitet von einem Gespann des Lehrganges. Dieses Gespann wurde von uns als Lehrgangsteilnehmer beobachtet und bewertet. Gemeinsam mit dem Gespann sind wir am Anschluss die erkannten Punkte mittels der Spielaufzeichnung durchgegangen.
Montag war der Prüfungstag des Junioren Leistungskader (JLK), bestehend aus einem Regeltest, sowie zwei 40 Meter Sprints in unter 6,4 Sekunden und einem Intervalllauf mit 40 Intervallen. Am Abend stellte Lutz Wagner, Lehrwart des Deutscher Fußballbundes (DFB) uns die Punkte „Aktuelles aus dem SR-Wesen“ und „Regeltechnisches Wissen und Regelanwendung“ vor.
Entscheidung unter Druck und "3 Bs"
Es war aber auch Zeit für Sightseeing. Zunächst wurden wir für eine Stadtrallye in sechs Gruppen aufgeteilt. Wir mussten markante Punkte suchen wie den Bundestag, das Brandenburger Tor, die erste Ampel Berlins und dort ein Selfie machen. Am Abend ging es dann ins Musical.
Am Mittwoch bekamen wir Einblicke in den Traineralltag eines Oberliga-Coaches. Es ging vor allem um Taktik und Defensivverhalten. Dieses theoretische Wissen vertieften wir im Nachgang auf dem Patz mit nachgestellten Spielsituationen. Darauf folgte eine Trainingseinheit zu „Abseitsschulung (Praxis und Auswertung)“. Im späteren Verlauf des Tages, erklärte uns Florian Lechner, ein Schiedsrichter der 2. Bundesliga, den Punkt „Entscheidungen unter Druck“. Den Tag durfte ein Schweizer Schiedsrichter mit einer Präsentation über „Free kick Management“ abschließen.Lasse Koslowski, ebenfalls Schiri in der 2. Bundesliga und Assistent in der Bundesliga, stellte uns vor, wie wir Spielszenen im Nachgang mit der Methode „3 B’s“ analysieren: beschreiben, bewerten, begründen. Kai Kaltwasser, ein Schiedsrichterassistent der 3. Liga, erörterte uns die „Aktuelle Abseitsauslegung in Bild und Ton“, anhand von Spielszenen aus der 3. Liga. Zum Abend veranstalteten wir ein kleines Fußballturnier mit Gruppenphase und Finalspiel. Mit einer „Abschiedsveranstaltung“ ging der Lehrgang gemütlich zu Ende.
