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Cengiz Kabalakli leitet am Samstag das Finale um den Krombacher Westfalenpokal. Unterstützt wird er von Niklas Simpson, Fabian Kiehl und Lea Bramkamp (4. Offizielle).
Cengiz Kabalakli aus dem Kreis Gelsenkirchen im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) leitet am Samstag (ab 16:30 Uhr) das Endspiel um den Krombacher Westfalenpokal zwischen dem Sportclub Verl und den Sportfreunden Lotte. Im Interview verrät der 28-jährige Unparteiische, warum er sich auf die Partie freut und auf welche Karriere-Highlights der Schiedsrichter bereits zurückblicken darf.
Was bedeutet dir die Nominierung für das Endspiel im Krombacher Westfalenpokal?Cengiz Kabalakli: Ganz viel auf jeden Fall. Ich würde behaupten, das ist eines der größten Spiele, die wir in Westfalen haben: ein Finale im Verbandspokal, in dem es um den Einzug in den DFB-Pokal geht. Von daher ist das definitiv etwas Besonderes und auch eine vertrauensvolle Aufgabe, die wir da bekommen haben. Ich freue mich, das gemeinsam mit meinem Team angehen zu dürfen. Gleichzeitig ist die Nominierung eine Auszeichnung und Belohnung für die harte Arbeit in den vergangenen Jahren.
Die Partie wird wieder im Rahmen des Finaltags der Amateure stattfinden. Wie findest du diesen Rahmen?
Kabalakli: Das ist immer ein würdiger Rahmen für alle Spiele, an dem abends noch das große DFB-Pokalfinale stattfindet. Teil dieses Finaltags zu sein, ist eine coole Sache und ich freue mich darauf.
Du kennst das Drumherum schon, da du vor zwei Jahren im Einsatz warst, damals als Assistent beim Endspiel zwischen Arminia Bielefeld und dem SC Verl. Inwiefern ist jetzt noch mal was Anderes?
Kabalakli: Die Verantwortlichkeiten verschieben sich nochmal. Denn selbst in der Mitte zu stehen, ist schon etwas Anderes. Darauf verspüre ich aber große Lust. Das ist eine tolle Herausforderung.
Dein Team besteht aus Niklas Simpson, Fabian Kiehl und Lea Bramkamp. Wie gut kennt ihr euch?"Nach dem Schlusspfiff kein Thema zu sein, ist gerade in einem Finale das Wichtigste"
Cengiz Kabalakli
Kabalakli: Wir kennen uns aus den Verbandsspielklassen über die Jahre hinweg. Niklas ist bei mir fester Assistent in der 3. Liga. Er hat mich auch davor schon in der Regionalliga an der Seitenlinie unterstützt. Das heißt, wir sind da ein eingespieltes Team und haben bereits einige Spiele gemeinsam bestritten. Fabian kenne ich auch sehr gut. Wir hatten viele Spiele im Verband zusammen und haben auch gemeinsam Lehrgänge im Perspektiv-Team absolviert. Auch mit Lea haben sich die Wege immer wieder gekreuzt, sodass wir uns alle gut kennen und verstehen. Das Vertrauen ist also da, wenngleich wir das erste Mal in dieser Konstellation unterwegs sind. Dazu kommt die fachliche Qualität, die bei allen dreien unbestritten vorhanden ist. Von daher ist das eine Top-Grundlage, um eine erfolgreiche Spielleitung abzuliefern.

Cengiz Kabalakli blickt auf eine erfolgreiche Premierensaison in der 3. Liga zurück [Foto: Foto Huebner (dpa/picture alliance)].
Du hast jetzt deine erste Saison als Schiedsrichter in der 3. Liga und Assistent in der 2. Bundesliga hinter dir. Wie lief die Spielzeit aus deiner Sicht?
Kabalakli: Das war definitiv eine sehr spannende und lehrreiche Zeit mit ganz vielen Erfahrungen, die ich sammeln durfte. Ich habe verschiedene Spielorte und Stadien kennengelernt, bin durch Deutschland gereist und habe da einige Aufgaben gehabt. Dazu gehörten zum Beispiel 1860 München beim Debüt im ausverkauften Stadion oder Duisburg gegen Saarbrücken in der Rückserie, wo wir ebenfalls eine stattliche Zuschauerzahl hatten. Dass ich dort in der Mitte stehen durfte, war und ist ein Privileg. Auch die Einsätze als Assistent in der 2. Bundesliga waren sehr wertvoll. Insgesamt war es eine schöne Zeit und ich freue mich, nach der Sommerpause wieder da anzuknüpfen.
"Privileg, in der 2. Bundesliga und 3. Liga eingesetzt zu werden"
Welche Erfahrungen hast du mit den beiden Finalteilnehmern Verl und Lotte gemacht?Kabalakli: Ich war ja schon beim Endspiel von Arminia Bielefeld gegen den SC Verl 2024 als Assistent dabei. Im vergangenen Jahr durfte ich das Halbfinale zwischen Rödinghausen und Lotte leiten. Verl hatte ich in der Rückrunde noch als 4. Offizieller gegen Rostock. Ansonsten gab es keine Berührungspunkte.
Was wünschst du dir für Samstag für die Partie?
Kabalakli: Ich wünsche mir, dass wir als Schiedsrichter-Team ein gutes Spiel machen und nicht im Fokus der Mannschaften stehen. Nach dem Schlusspfiff kein Thema zu sein, ist gerade in einem Finale das Wichtigste. Zugleich gilt es, die Atmosphäre aufzunehmen und das Endspiel zu genießen. Mit richtigen Entscheidungen möchten wir zu einem gelungenen Finale beitragen.
Zur Person:
Cengiz Kabalakli kommt aus dem FLVW-Kreis Gelsenkirchen und pfeift für den ETuS Gelsenkirchen. Der 28-jährige Junior-Architekt ist seit 2012 als Unparteiischer im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) aktiv. In der vergangenen Saison kam er auf elf Drittliga-Einsätze und wurde 13 mal in der 2. Bundesliga als Assistent eingesetzt.
