Quelle: FLVW
Lieferten sich ein spannendes Duell über 400 Meter in der Altersklasse U18: Matilda Seibert (l.) und Ria Röhm
Ein langes Wochenende liegt hinter den westfälischen Leichtathletinnen und Leichtathleten mit den Westfalenmeisterschaften I und II in Gladbeck. Die knapp 1.000 Athletinnen und Athleten lieferten dabei zahlreiche tolle Leistungen; viele Qualifikationen zu den deutschen Meisterschaften und persönliche Bestleistungen dokumentierten die gute Leistungsdichte im FLVW. Mehr als 100 Kampfrichtern, Helfern und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) sorgten für eine hervorragende Organisation.
Auch wenn am ersten Tag der Titelkämpfe der böige Wind so manch gute Sprintzeit zunichte machte, gab es doch für so manche Spitzenleistung zu feiern. So lief Jan Eric Frehe (LG Brillux Münster) über 100 m als Westfalenmeister ungefährdet zur Einstellung seiner 100-Meter-Bestzeit von 10,38 sec, Hendrik Hohmann (LG Olympia Dortmund) schwang sich im Stabhochsprung über 5,15 m.Bei den Frauen holte sich Tabea Christ (LG Brillux Münster), die in diesem Jahr bereits 6,42 m weit gesprungen ist, die Titel über 100 m in 11,84 sec und im Weitsprung mit 6,08 m. Die frühere deutsche Jugendmeisterin Anna Hense (LG Olympia Dortmund) schloss ihren ersten 400-Meter-Einzelstart nach langer Verletzungspause erfolgreich mit dem Titel in 56,69 sec ab. Für Malin Bornemann (TV Wattenscheid) wurden als Siegerin der U20 über 400 m 56,99 sec gestoppt.
Bei der weiblichen U18 pushten sich Matilda Seifert (TV Gladbeck) in 56,37 sec und Ria Röhm (SV Brackwede) in 56,43 sec gegenseitig zu Zeiten, mit denen sie in ihrer Altersklasse zu den schnellsten Sechs in Deutschland gehören. Thalia Rabe (TV Gladbeck), die vor wenigen Tagen bereits die Norm für die U18-Europameisterschaften abhaken konnte, lief im Finale über 100 Meter Hürden dieses Mal 13,73 sec.
Gute Nachwuchsarbeit in Westfalen
Erstklassig auch neben Hendrik Hohmann die jugendlichen Stabhochspringer der LG Olympia Dortmund. Simon Konstantin Frey ging als Sieger mit 4,70 aus dem Wettkampf der U20 hervor, Julius Schepeler sicherte sich den Titel der U18 mit 4,60 m vor Tim Behovits mit 4,5 m, im Hochsprung war es umgedreht, als Behovits mit 1,91 m erfolgreich war. In dieser Altersklasse sicherte sich goldgas Talent Ilja Reimchen (TV Wattenscheid) mit 10,96 sec den Titel über 100 m und über 100 m Hürden in 14,32 sec (Vorlauf 14,23 sec). Der Sieger über 400m der U18, Deion Appiah (TV Wattenscheid) lief zum ersten Mal überhaupt ein 400-Meter-Einzelrennen. Das Ergebnis: Starke 50,28 sec und damit locker die DM-Norm unterboten. Fiete Timm (LC Paderborn) zeigte bei seinem Titelgewinn über 1.500m in der U18 in 3:57,53 min, warum er derzeit über diese Distanz auf Rang 2 der deutschen Bestenliste steht. Bei der weiblichen Jugend U18 gefiel Lyra Okpara (SV Brackwede) im Hochsprung als Siegerin mit 1,74 m. Für ein Ausrufezeichen sorgte auch Juna Duwenbeck (LGO Dortmund). Neben dem Titel im Kugelstoßen in der weiblichen U18 holte sich das goldgas-Talent auch den ersten Platz im Diskuswurf und knackte dabei mit der neuen persönlichen Bestleistung von 44,39 Meter sogar die EM-Norm.
Carlo Zacchedu vom TV Werne dominiert über 80 Meter Hürden in der Altersklasse M15 (Foto: FLVW].Hannah Bauermann (Ski-Club Olpe) war als Siegerin über 100 m in der U20 in 12,26 sec nicht zu schlagen, am zweiten Tag holte sie sich auch den Titel über 100 m Hürden in 14,19 sec. Doppel-Westfalenmeisterin in der U20 wurde auch Charlotte Gaida (LG Brillux Münster) über 1.500 m in 4:34,01 min und über 3.000 m.
Deutliche Leistungssteigerungen und DM-Normen
Die gute Nachwuchsarbeit der Heimtrainer in den Vereinen, an den Stützpunkten und der Landestrainer konnte man in Gladbeck auch an vielen Ergebnissen der U16 Athletinnen und Athleten festmachen. Die überragende Leistung ging das auf das Konto von Greta Luisa Karsten (LAZ Soest), die in der W14 im zweiten Versuch im Hochsprung erstklassige 1,73 m übersprang, eine Leistung, mit der sie derzeit in der deutschen Bestenliste mit großem Vorsprung Rang 1 belegt. Kira Krönert (LCV Siegerland) war in der W 15 als Dreifachsiegerin unterwegs und holte sich die Titel über 300 m in 41,74 sec, über 300 m Hürden in 46,87 sec und im Dreisprung mit 11,34 m. Im Sprint über 100 m der W15 führte Hannah Knüfer (TV Friesen Telgte) in 12,46 sec das Feld von fünf Athletinnen an, die über diese Distanz die DM-Norm für die U16-Meisterschaften erreichten. Olivia Wolf (LG Kindelsberg-Kreuztal) glänzte über 80 m Hürden der W15 in 11,78 sec, auch hier schafften gleich vier Athletinnen die Norm für die DM in Wattenscheid. Ihr Pendant in der Altersklasse M15 über 80m Hürden war Carlo Zacheddu (TV Werne), der als Fünfter der DLV-Bestenliste nach 10,95 sec die Ziellinie überquerte, auch den 100 m-Sprint in 11,82 sec schloss er als neuer Westfalenmeister ab.
Bernhard Bußmann bei einer der zahlreichen Siegeehrungen in Gladbeck [Foto: FLVW]. Hubert Funke als Sportwart des FLVW war am Ende dann auch sichtlich zufrieden mit den Leistungen: „Ich glaube, dass wir im Vergleich zu den Vorjahren bei den Leistungen in allen Altersklassen einen deutlichen Leistungsanstieg feststellen können, insbesondere bei den U18 und U16 ist mittlerweile wieder ein sehr gutes Leistungsniveau zu verzeichnen, welches Hoffnung auf ein gutes Abschneiden bei den kommenden deutschen Jugendmeisterschaften vor heimischer Kulisse in Wattenscheid macht.“ Bernhard Bußmann, Vorsitzender des Verbands-Leichtathletik-Ausschusses, dankte allen Kampfrichter*innen und Helfer*innen, "die erneut für eine hervorragend organsisierte Veranstaltung sorgten. Auch darauf können wir in Westfalen wirklich stolz sein", so Bußmann.

