Quelle: FLVW.de
Schiedsrichter*innen, der Kreisvorstand rund um Volker Dyba und Jens Polleit von Gelsensport sind begeistert von dem Projekt.
Am Abend ist im FLVW-Kreis Gelsenkirchen der Startschuss für das bundesweit einmalige Pilotprojekt gefallen. Schiedsrichter*innen der Kreisliga B wurden mit Bodycams ausgestattet. Das Projekt setzt der Kreis gemeinsam mit dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW), dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der FIFA um.
Auf dem Lehrabend der Unparteiischen im Leibnitz Gymnasium in Gelsenkirchen war der Andrang groß. 27 Schiedsrichter*innen hatten sich im Vorfeld bereit erklärt, Bodycams bei ihrem Einsatz zu nutzen. Im Rahmen des Lehrabends erhielten sie jetzt die Kameras und wurden ausführlich in deren Bedienung und die Funktionsweise eingewiesen. Dabei standen vor allem praktische Übungen und viele Informationen im Mittelpunkt.Den Unparteiischen wurde gezeigt, wie die Kamera funktioniert. So konnten sie nachvollziehen, was im konkreten Fall passiert. Wird die Aufnahme ausgelöst, werden die vergangenen 30 Sekunden sowie die anschließende Situation gespeichert. Die Aktivierung ist für die Beteiligten durch ein akustisches Signal, ein rotes Licht und das Live-Bild auf dem Frontdisplay erkennbar.

Schiedsrichter Harkan Baser lässt sich erklären, wie die Kamera funktioniert.
„Vor allem für die jüngeren Kollegen ist das eine super Idee. Man kennt ja seine Pappenheimer, wenn die die Kamera sehen, verhalten sie sich bestimmt anders", sagte Schiedsrichter Harkan Baser. "Ich hoffe, dass es ein Erfolg wird und ruhiger wird auf den Plätzen, dass die Spieler und Trainer aber auch die Zuschauer merken, dass sich hier etwas tut", so der am Pilotprojekt beteiligten Schiedsrichter Baser.
In den kommenden Wochen soll sich nun zeigen, wie sich die Bodycam im tatsächlichen Spielbetrieb bewährt. Ab Sonntag werden die Kameras dann in der Kreisliga B eingesetzt. Mit dem offiziellen Start beginnt zugleich die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Untersucht werden unter anderem das Sicherheitsgefühl der Schiedsrichter*innen sowie mögliche Auswirkungen auf das Verhalten der weiteren Spielbeteiligten.
„Die Bodycam ist ein Werkzeug und sie soll auch genau so verstanden werden. Unser Ziel ist nicht, wild zu filmen, sondern hoffentlich weniger kritische Situationen erleben zu müssen“, sagte Marcel Neuer, Vorsitzender des Verbands-Schiedsrichter-Ausschusses. Der Anspruch ist dabei klar: Die Technik soll nicht das Spiel verändern – sondern dazu beitragen, dass alle Beteiligten wieder stärker das in den Mittelpunkt stellen, worum es geht: Fußball.

