Quelle: © Iris Hensel (2024)
Favour Adesokan vom TV Wattenscheid 01.
Ein solider Einstieg. Und dann alles raushauen. So lautete die Marschroute von Favour Adesokan (TV Wattenscheid 01) im Diskuswurf-Finale der U20-WM in Eugene (USA). Vorgelegt hatte gleich im ersten Durchgang die Chinesin Yixin Su mit 59,32 Metern. Favour Adesokan startete mit einem Sicherheitsversuch auf 53,97 Meter. Dass der zweite Versuch ungültig war – kein Grund zur Sorge. Der dritte Wurf segelte weit hinaus und wäre wohl in den Bereich ihrer Bestleistung von 57,22 Metern gegangen, wurde jedoch ungültig gegeben, da die Wattenscheiderin auf die Ringkante getreten war. Sie lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang vier, hinter Su, deren Landsfrau Chenyi Ma (54,58 m) und der Zypriotin Marina Hadjicosta (53,99 m).
In Runde vier setzte dann die US-Amerikanerin Jaslene Massey mit 56,17 Metern ein Ausrufezeichen. Und auch Favour Adesokan, vor wenigen Wochen als goldgas Talent des Jahres ausgezeichnet, konnte noch einmal etwas draufpacken. 55,78 Meter wurden gemessen, damit lag sie auf dem Bronzerang. Im Laufe des fünften Durchgangs wurde jedoch bekannt, dass der Wurf nach Video-Review ungültig gegeben worden war. Das erfuhr Favour Adesokan mitten im Wettkampf. Eine nervenaufreibende und frustrierende Situation für die 18-Jährige, die in den letzten beiden Versuchen noch einmal 53er-Weiten zeigte, aber nicht mehr groß auftrumpfte.Besonders bitter für die junge Athletin: Die Weite von 55,78 Metern hätte in der Tat zu Bronze gereicht. Yixin Su gewann mit U20-Weltjahresbestleistung von 61,06 Metern Gold vor Jaslene Massey, die sich noch auf 58,41 Meter verbesserte. Bronze sicherte sich Marina Hadjicosta mit 54,88 Metern.
"Entäuscht und trotzdem stolz auf meine Entwicklung"
Entsprechend enttäuscht zeigte sich Favour Adesokan laut leichtathletik.de: „Ich habe versucht, zuerst einen Sicherheitswurf zu machen, damit ich danach ballern kann das hat auch funktioniert. Er war zwar kürzer als in der Qualifikation, aber das war vom Kopf her kein Problem. Dann war der zweite ungültig. Der dritte war richtig weit, im Bereich der Bestleistung, aber auch ungültig, weil ich mit der Hacke am Ring aufgekommen bin. Und dann kam der vierte. Da hatte ich diese 55,78 Meter. Die wurden erstmal gemessen. Ich habe extra zum Wettkampfrichter geguckt, um zu sehen, dass der gültig ist. Damit war ich erst mal Dritte und dachte, darauf kann ich aufbauen. Im fünften Durchgang haben die Richter die ganze Zeit meinen Namen erwähnt und meinten, dass man sich den Wurf noch mal angeguckt hat und er ungültig war. Das hat zehn Minuten gedauert!Ich habe die ganze Zeit nur meinen eigenen Namen gehört. Ich habe versucht, das auszublenden, aber ich konnte es nicht. Ich hab's verkackt, man kann es nicht anders sagen. Ich weiß, dass ich einen großen Fortschritt gemacht habe, darauf bin ich sehr stolz. Ich weiß, dass ich das ohne meinen Trainer nie geschafft hätte, deshalb hätte ich gerne eine Medaille gewonnen. Für ihn, für mich, für meine Familie, meinen Verein, für Deutschland. Ich bin enttäuscht und trotzdem stolz auf meine Entwicklung – ich habe letztes Jahr noch keine 50 Meter geworfen. Nächstes Jahr ist EM, man soll mich nicht vergessen und nächstes Jahr geht's weiter“.
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