Quelle: FLVW
Der Stimmungsblock sorgte für eine tolle Atmosphäre bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund.
Es waren drei stimmungsvolle Tage in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle. Die 4.000 Zuschauerinnen und Zuschauer unterstützten die Athletinnen und Athleten bei den deutschen Hallenmeisterschaften lautstark. Die dankten es ihnen mit tollen Leistungen. Auch die westfälischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten einige Glanzlichter setzen.
Im vergangenen Sommer feierte der „Stimmungsblock“ in Dresden seine Premiere. Die Fortsetzung folgte am Wochenende in Dortmund, wo die Zuschauerinnen und Zuschauer erneut zeigten, wie kreativ und lautstark die Unterstützung bei der Leichtathletik aussehen kann. Die erste Choreografie wurde bereits am Freitagabend präsentiert, die sich an die Langstrecken-Läuferinnen und Läufer richtete, aber auch Julia Ritter zu beflügeln schien. Die Kugelstoßerin vom TV Wattenscheid hat sich mit Saisonbestleistung von 18,13 Meter im sechsten Versuch die Bronzemedaille gesichert. „Der erste Stoß auf 17,72 m wäre schon okay gewesen für diesen Winter“, sagte Julia Ritter nach dem Wettkampf mit der Medaille um den Hals, „aber ich wusste, dass heute viel mehr drin ist. Dann habe ich im sechsten Versuch gesagt: Komm jetzt, alles oder nichts. Und dann ist es sofort über 18 Meter gegangen und das war ja eigentlich so mein heimliches Ziel.“
18,13 Meter im letzten Versuch: Julia Ritter vom TV Wattenscheid schreit ihre Freude heraus [Foto: FLVW].
Überraschung am zweiten Wettkampftag
Ihre Teamkollegin Jolina Ernst sorgte am Samstag für eine große Überraschung über die 60 Meter. Die 21-jährige Sprinterin vom TV Wattenscheid holte ihre erste Medaille bei den Aktiven. In neuer persönlicher Bestzeit von 7,24 Sekunden sicherte sie sich Bronze. Eine wunderbare Geschichte, deren Grundstein am Vorabend gelegt wurde: „Ich habe so ein kleines Büchlein, da schreibe ich immer rein, was ich mir vor Meisterschaften wünsche. Und meistens geht das in Erfüllung. Und jetzt habe ich geschrieben, ich möchte die Bronzemedaille gewinnen, obwohl es eigentlich unrealistisch war, weil ich zuletzt nicht so fit war. Ich hab‘s unters Kopfkissen gelegt, schlafe drauf – und es ist passiert!“ Viola John von der LG Brillux Münster landete im Finallauf auf Rang sieben (7,38 Sekunden).Bei den Männern sprintete Deniz Almas (ebenfalls TV Wattenscheid) mit einer neuen persönlichen Bestleitung von 6,59 Sekunden auf Platz fünf in einem starken Teilnehmerfeld. Die ersten Fünf lagen lediglich fünf Hundertstel auseinander und erfüllten mit ihren Zeit alle die Norm für die Hallen-WM in Torun (Polen).
Mit 8,18 Meter, gesprungen Anfang Februar beim Gorzow Jump Festival, hatte Luka Herden die WM-Norm bereits in der Tasche. Diese sensationelle Weite konnte der Weitspringer der LG Brillux Münster am Samstag nicht ganz erreichen. Mit 7,78 Meter lieferte der 26-Jährige aber erneut eine starke Leistung und landete auf dem Silberrang.
Nicht ganz so hoch hinaus ging es für Lokalmatador Konstantin Rutsch von der LG Olympia Dortmund. Der Stabhochspringerin übersprang die 5,30 Meter und erreichte damit Rang fünf.
War über 1.500 Meter erneut nicht zu schlagen: Dritter Hallen-Titel in Folge für Marius Probst vom TV Wattenscheid [Foto: FLVW].
Goldener Sonntag
Am Sonntag wurde es dann „golden“ aus westfälischer Sicht. Den Auftakt machte Mittelstrecken-Spezialist Marius Probst. Der 30-Jährige vom TV Wattenscheid scheint über 1.500 Meter in der Halle einfach nicht zu schlagen. Das unterstrich Probst auch in Dortmund wieder eindrucksvoll. Der gebürtige Herner lief von Anfang an vorneweg und ließ bis zum Ende keinen Zweifel an seinem Sieg aufkommen (Zeit: 3:38,90 Minuten). Es ist bereits seine dritte Hallen-Goldmedaille über diese Strecke in Folge.„Das Ziel war die erfolgreiche Titelverteidigung und ich glaube, ich habe das hier eindrucksvoll bewiesen, dass hier heute der Titel nur über mich ging. So richtig hatte ich keine Taktik, ich wusste, dass ich vom Papier her der Favorit bin und bei Meisterschaften immer sehr gut performe. Ich hatte mir ein paar Gedanken gemacht und wollte möglichst frei laufen, ohne Gedränge. Bei 1.200 Meter habe ich mich dann umgesehen und dann auf der Videowand gesehen, der Abstand wird größer.“ In diesem Rennen zeigte auch Marco Sietmann (LG Brillux Münster) eine hervorragende Leistung, der mit persönlicher Bestleitung von 3:34,25 Minuten auf Platz vier die Ziellinie überquerte.
Im Finallauf über 800 Meter verpasste Verena Meisl vom TV Wattenscheid nur um acht Hundertstel äußerst knapp eine Medaille (2:04,83 min.). Karolina Haas von der LG Olympia Dortmund landete im gleichen Rennen auf Rang acht (2:06,90 min.).
Für den goldenen Abschluss der Deutschen Meisterschaften sorgte Falk Wendrich vom LAZ Soest. Der Hochspringer flog über 2,19 Meter und sicherte sich zum ersten Mal den Hallentitel bei nationalen Titelkämpfen. „Der erste Meistertitel schmeckt besonders süß, war aber auch sehr erschöpfend, weil bis gestern noch nicht sicher war, ob ich springen kann, weil am Mittwoch die Bronchitis bei mir angefangen hat. Jetzt geht es mir wieder besser und auch im Wettkampf kam dann irgendwann die Energie in meinen Körper. Jetzt kann ich meinen ersten Meistertitel feiern.“

Falk Wendrich vom LAZ Soest flog im Hochsprung zu seinem ersten Hallen-DM-Titel [Foto: FLVW].
Unterm Strich stehen aus westfälischer Sicht fünf Medaillen – zweimal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze – sowie sehr stimmungsvolle Meisterschaften in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle. Die nächsten nationalen Titelkämpfe im Verbandsgebiet sind schon in Sicht: Im Sommer werden im Wattenscheider Lohrheidstadion die deutschen Meisterschaften unter freiem Himmel stattfinden. Alle Fans der Leichtathletik dürfen sich also schon bald auf das nächste Highlight freuen.
