Quelle: Carsten Kobow / DFB-Stiftung Sepp Herberger
Die Preisträger aus Datteln Thomas Fritzenkötter und Wilhelm Risse (mittig) zusammen mit Andrea Bokelmann, Beisitzerin im FLVW-Präsidium.
Die DJK Sportfreunde Datteln 2018 hat am Montagabend in Wolfsburg den Sepp-Herberger-Award in der Kategorie Handicapfußball erhalten. Willi Risse, im Verein für die Inklusion verantwortlich, und Jugendleiter Thomas Fritzenkötter haben den Preis in Empfang genommen.
Im FLVW.de-Interview erklären die beiden, was sie in Wolfsburg erlebt haben, und warum die Kinder und Jugendlichen viel wichtiger sind als jeder Preis.Wie war es gestern?
Thomas Fritzenkötter: Der Tag war perfekt durchgeplant. Beim Mittagessen haben wir schon das ein oder andere Gesicht gesehen, das wir sonst nur aus dem Fernsehen kennen. Dann wurde Wilhelm auch noch einmal interviewt und nach der Werksbesichtigung ging es dann auch schon los.
Willi Risse (lacht): Und nach der Preisverleihung ging es dann ja auch noch ein bisschen weiter. Wir haben abgeschlossen.
Fritzenkötter: Philipp Lahm hat sich viel Zeit für uns genommen. Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten haben wir am Tisch gesessen und Currywurst gegessen. Das war ein perfekter Tag.
"Kindern eine sportliche Heimat geben"
Was bedeutet euch dieser Award?Risse: Es ist schön, dass man für seine Arbeit geehrt wird. Viel wichtiger ist mir aber, was ich meinen "Blagen" geben kann und was sie mir alles schon zurückgegeben haben.
Fritzenkötter: Es ist eine tolle Wertschätzung für Wilhelm und sein Trainerteam, das diese Arbeit schon seit 18 Jahren macht. 2008 hat er eine Inklusionsmannschaft ins Leben gerufen und den Kindern eine sportliche Heimat gegeben. Seit dem ist die Mannschaft fester Bestandteil des Vereinslebens.
Was treibt euch an, so viele Stunden und so viel Herzblut zu investieren?
Risse: Am wichtigsten ist mir, dass die Inklusionsfamilie weiter wächst und das gleichzeitig alles familiär bleibt. Jeder achtet bei uns auf den anderen und jeder hilft dem anderen. Mich persönlich freut es immer, wenn mein Turnier [Datteln ist ein ausrichtender Verein der Inklusionsturnierserie des FLVW; Anm. d. Red.] wunderbar abläuft. Wenn alle gerne kommen und sich wohlfühlen, und wenn nach dem Turnier alle Trainer und Eltern sich bedanken und es toll fanden.
Fritzenkötter: Wir haben einen guten Zusammenhalt im Verein und unterstützen uns gegenseitig. Mannschaften, die nicht am Turnier teilnehmen, helfen zum Beispiel.
Risse: Das ist bei uns im Verein Mentalität.
Ist das im Fußball einfacher?
Risse: Das geht auch in jedem anderen Sport. Aber Fußball ist nun einmal eine Mannschaftssportart, bei der alle zusammenarbeiten müssen. Kinder lernen dabei schnell, dass sie alleine zwar ein Tor schießen können, aber so noch lange nicht gewinnen. Wenn ich aber mit meinen Leuten zusammenspiele, schieße ich meine Tore und gewinne. Das überträgt sich auf den Platz.

