Quelle: P. Middel
Hans-Jürgen Hornen feiert seinen 80. Geburtstag.
Hans-Jürgen Hornen, der am heutigen Sonntag (23. August) seinen 80. Geburtstag feiert, hat eifrig Bilanz geführt: Der Wittener, der seit 1969 Kampfrichter ist, kam im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit auf die stattliche Zahl von rund 1.300 Einsätzen und auf circa 1.500 Einsatztage – und die Freude an seiner Schiedsrichter-Tätigkeit ist ungebrochen. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht, aber er will altersbedingt in nächster Zeit sein ehrenamtliches Engagement ein wenig reduzieren.
„Ich möchte nicht mehr den ganzen Tag in der Halle stehen, aber bis zu sechs Stunden geht es bei mir noch, denn im Moment fühle ich mich noch fit“, freut sich der Geburtstagsjubilar, der weiter viel Zeit für seine Gesundheit investiert. So schlüpft er bis zu viermal in der Woche in seinen Sportdress. An zwei Tagen ist er im Wittener Wullenstadion leichtathletisch unterwegs, dienstags nimmt der frühere Banker am Fitness-Training der Sparkasse teil, bei dem es seiner Aussage nach anderthalb Stunden richtig „zur Sache“ geht, und freitags fördert er seine Ausdauer beim Walking.Hans-Jürgen Hornen ist bereits seit 1960 in der Leichtathletik aktiv – zunächst als Sprinter und Weitspringer. Wenn er verletzungsfrei ist, nimmt er in diesen Disziplinen auch heute noch an Wettkämpfen teil. Die meisten Leichtathletinnen und Leichtathleten – national wie international – kennen Hans-Jürgen Hornen aber in erster Linie als Starter. Nach seiner Bundeswehrzeit, bei der das Schießen gar nicht so „sein Ding“ war, wurde er von dem damaligen Starter im FLVW-Kreis Bochum, Wilhelm Schumacher, gefragt, ob er Interesse hätte, bei örtlichen Veranstaltungen als Starter tätig zu sein. Da Hans-Jürgen Hornen nicht abgeneigt war, erfolgten noch im selben Jahr seine ersten Einsätze. Ebenfalls im selben Jahr nahm er in SportCentrum Kaiserau an einer Starterausbildung unter dem legendären Franz „Bubi“ Buthe-Pieper teil. 1970 folgte eine weitere Starterausbildung, dieses Mal schon für Fortgeschrittene, auch unter Franz Buthe-Pieper, und erste Einsätze außerhalb des Kreises Bochum.
Steiler Aufstieg und großes Engagement im FLVW
Dann ging es für ihn in als Starter steil bergauf. 1975 wurde er bei den DLV-Titelkämpfen im Gelsenkirchener Parkstadion erstmals bei deutschen Meisterschaften eingesetzt. 1977 folgte dann die Nominierung für den USA-Länderkampf – ebenfalls in Gelsenkirchen. Auch bei Veranstaltungen auf Kreis- und westfälischer Ebene engagierte sich der „Mann mit der Pistole“ mit großem Eifer.
Hans-Jürgen Hornen bei einer Einsatzbesprechung vor wenigen Jahren [Archivbild: P. Middel].
Bereits 1981 wurde Hans-Jürgen Hornen als Helfer in der Starterausbildung des FLVW eingesetzt, später dann als Co-Referent. 1999 wurde der Wittener in Westfalen zum Starter-Referent berufen. Damit war der Leichtathletik-Enthusiast für die gesamte Ausbildung der westfälischen Starter zuständig.
Bei mehr als 140 deutschen Meisterschaften war Hans-Jürgen Hornen als Starter oder auch als Startkoordinator im Einsatz. Höhepunkte seiner langjährigen Starter-Karriere bildeten für ihn seine Aufgaben als Startkoordinator bei den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin, bei den Europameisterschaften 2002 in München, beim Europa-Cup der Mehrkämpfer 1996 in Lage, bei den U23-Europameisterschaften 2005 in Erfurt, 2007 bei der Team-EM in München und 2015 bei der Team-EM in Braunschweig. Bei den DLV-Titelkämpfen 2015 in Kassel wurde er aus dem Starter-Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes verabschiedet.
Zahlreiche Einsätze bei internationalen Meisterschaften
Aufgrund seiner vielen herausragenden Verdienste in der Leichtathletik zeichnete der Vorsitzende des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen, Bernhard Bußmann, 2021 bei Kaderwettkämpfen in Wattenscheid Hans-Jürgen Hornen mit dem DLV-Ehrenschild aus. Die Verleihung des Ehrenschildes zählt zu den höchsten Ehrungen des Nationalverbandes. „Die Leichtathletik in Westfalen und in Deutschland ist am Start mit Hans-Jürgen Hornens Gesicht verbunden. Seine ruhige, unaufgeregte und sympathische Art ist bei den Athletinnen und Athleten sehr beliebt. Er hat einigen von ihnen durch seine innere Ruhe und Souveränität die Nervosität vor dem Start ein wenig nehmen können. Sein Engagement für die Leichtathletik ist nicht hoch genug anzuerkennen“, erklärte Bernhard Bußmann bei seiner Laudatio für den langjährigen Mitarbeiter.Für seinen unermüdlichen Einsatz wurde Hans-Jürgen Hornen zudem mit den DLV-Ehrennadeln, den FLVW-Ehrennadeln sowie mit den FLVW-Kampfrichtermedaillen jeweils in Gold und Silber ausgezeichnet. Das Erfreuliche: Trotz seiner 80 Jahre will sich der Wittener in der Leichtathletik weiter engagieren.
[Peter Middel]

