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  3. Cross-EM: Pia Schlattmann stürmt zu Bronze
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Cross-EM: Pia Schlattmann stürmt zu Bronze

Pia Schlattmann bei der Cross-EM im türkischen Antalya
Quelle: Florian Walz
Nach Platz vier im vergangenen Jahr, holt sich Pia Schlattmann diesmal eine EM-Medaille

Am Sonntag standen die letzten internationalen Entscheidungen in der Leichtathletik an. Im portugiesischen Lagoa wurden die EM-Titel im Crosslauf vergeben. Pia Schlattmann von der LG Brillux Münster kam gleich mit zwei Medaillen im Gepäck zurück nach Westfalen. Die Langstrecken-Spezialistin holte sich Bronze in der U23-Einzel-Wertung, sowie Silber mit der Mannschaft. Neben Schlattmann waren noch vier weitere westfälische Athletinnen und Athleten im Einsatz. – Die Übersicht:

U23 weiblich (6,0 km): Bronze für Pia Schlattmann und Team-Silber

Crosslauf kann auch Teamwork sein. Das zeigten in bravouröser Manier Pia Schlattmann (LG Brillux Münster) und Lisa Merkel (LAV Stadtwerke Tübingen) im U23-Rennen über 6,0 Kilometer. Beide schüttelten auf der zweiten Streckenhälfte eine Reihe von Konkurrentinnen ab und spurteten auf der Zielgeraden um die Bronzemedaille. Dort hatte Pia Schlattmann mehr Reserven und lief nach Rang vier im Vorjahr mit 20:23 Minuten aufs Podest. Zwei Sekunden später folgte Lisa Merkel auf Rang vier.

Auch die dritte deutsche Läuferin ließ nicht lange auf sich warten. Kira Weis (KSG Gerlingen) belegte mit 21:08 Minuten Rang 14. Insgesamt kam das Trio auf 21 Punkte und damit auf die identische Anzahl wie die französischen Läuferinnen. Da die dritte französische Läuferin Nelie Clement als Neunte allerdings vor Kira Weis ins Ziel kam, ging der Titel an Frankreich. Bronze sicherte sich Spanien mit 25 Punkten. Nele Heymann (LG Brillux Münster) wurde mit 21:11 Minuten 23.

„Ich bin total zufrieden, meine Taktik ist voll aufgegangen. Durch die Enge der Strecke musste man von Beginn an vorn dabei sein. Lisa und ich konnten uns im Rennen auch gut pushen. Wir wollten beide die Medaille, am Ende hatte ich vielleicht noch etwas mehr Kraft als sie“, sagte Pia Schlattmann. Dass das U23-Team den Team-Titel ganz knapp verpasste, ärgerte die Studentin nicht: „Wir haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren.“

An der Spitze hatte sich in der Mitte des Rennens ein Duo abgesetzt: Maria Forero (Spanien) und Ilona Mononen (Finnland). Auf den letzten 500 Metern musste die finnische Hindernisspezialistin ihre Konkurrentin ziehen lassen. Mit 19:59 Minuten lief die Spanierin noch einen Vorsprung von fünf Sekunden heraus.


U23 männlich (6,0 km): Trio um Silas Zahlten am Start

Robin Müller (LC Top Team Thüringen) und Kurt Lauer (VfL Sindelfingen) ließen sich vom schnellen Anfangstempo nicht beeindrucken und gingen mutig ins U23-Rennen über 6,0 Kilometer. Der Thüringer kämpfte bis zum Schluss in einer größeren Gruppe um eine Top-10-Platzierung. Am Ende lief Robin Müller mit 18:16 Minuten auf Rang zwölf, nur vier Sekunden fehlten zum achtplatzierten Callum Morgan (Irland). „Ich konnte mich gut beim Start durchsetzen und hatte eine gute Position. Der Kurs war echt hart, ich musste ab der zweiten Runde schon beißen. Mit Platz zwölf bei meiner ersten Cross-EM bin ich super happy“, sagte Robin Müller nach seinem starken Auftritt an der Algarve.

Kurt Lauer konnte auf der letzten von vier Runden noch einige Konkurrentinnen hinter sich lassen und belegten nach 18:26 Minuten Platz 19. Auf der Zielgeraden hielt der Hindernisspezialist ein Quartett in Schach, das eine bzw. zwei Sekunden hinter dem Sindelfinger ins Ziel lief. Das deutsche Team-Trio komplettierte Jakob Dieterich (Frankfurt Athletics) nach 18:47 Minuten auf Rang 40. Silas Zahlten (LG Brillux Münster / 19:11 min) wurde 54.
 
Damit sammelte das deutsche Team 71 Punkte in der Mannschaftswertung und belegte Rang fünf. Die Medaillen gingen an Irland (19 pt.), Frankreich (33,5 pt.) und Spanien (43 pt.). Einzel-Gold sicherte sich mit einem souveränen Tempolauf Nicholas Griggs. Der Ire konnte im letzten Renndrittel Aurelien Radja (Frankreich) deutlich distanzieren und lief mit 17:47 Minuten zum Sieg. Der Franzose folgte zwölf Sekunden später und hatte vier Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Pierre Boudy. Titelverteidiger Will Barnicoat (Großbritannien) verpasste nach zwei Titeln in Folge als 14. seinen angepeilten Gold-Hattrick.


U20 männlich (4,5 km): Cross-EM-Premiere für Lenny Riebe

Im Vollsprint gingen die U20-Läufer auf die 4,5-Kilometer-Distanz. Eine gute Ausgangsposition sicherte sich dabei David Scheller (LG Main-Spessart). Der Deutsche U20-Meister ließ den Rückstand trotz eines Sturzes nie zu groß werden und gab auf dem finalen Kilometer alles, um sich einen Top-10-Platz zu sichern. Am Ende musste sich der 19-Jährige im Foto-Finish knapp geschlagen geben und wurde mit 13:32 Minuten Elfter.

Damit führte David Scheller das deutsche Team in Lagoa an. Auf Rang 39 lief Lewe Teuber (SC Neubrandenburg; 13:59 min) als zweitbester Deutscher. Christopher Dahlmeyer (TSV Bayer 04 Leverkusen) folgte sieben Sekunden später auf Platz 46. Damit addierten sich Platzierungen auf 96 Punkte, was am Ende zu Platz neun reichte. Levin Saveur (LG Stadtwerke München) verpasste mit 14:09 Minuten auf Rang 52 eine Top-50-Platzierung nur knapp. Gleiches galt für Lenny Fred Riebe (LG Olympia Dortmund), der eine Sekunde und zwei Plätze später über den Zielstrich lief. Die Team-Medaillen sicherten sich Belgien, Großbritannien und Spanien.

„Die Strecke hat mir mit dem Auf und Ab gut gelegen. Das Rennen war eine super Motivation für die kommenden Jahre. Gern wäre ich natürlich noch etwas weiter vorn gelandet. Ein Top-6-Platz wäre vielleicht möglich gewesen“, erklärte David Scheller. Lewen Teuber beschrieb das Rennen so: „Es gab kaum gerade Stücke, wo man es rollen lassen konnte. Das macht das Rennen natürlich schwierig. Ich konnte auf der letzten Runde noch ein paar Plätze gutmachen, das hat sich gut angefühlt.“

Die Entscheidung um den Sieg fiel erst auf der kurzen Zielgeraden. Oscar Gaitan (Spanien) hatte vor der letzten Kurve den lange Zeit führenden Willem Renders überholt. Doch der Belgier konterte und spurtete nach 13:11 Minuten zum Titel. Hinter Oscar Gaitan (13:12 min) schnappte sich Alois Abraham (Frankreich; 13:19 min) die Bronzemedaille. Mitfavorit Håkon Moe Berg (Norwegen), ein 3:30-Minuten-Läufer über 1.500 Meter, konnte das Rennen nicht beenden.


Mixed Relay Frauen/Männer (4x1,5 km): DLV-Quartett mit Verena Meisl Neunter

Rasant ging es in der Mixed-Staffel in Lagoa zur Sache. Schließlich zählte auf den vier 1.500-Meter-Abschnitten nur Vollgas. Startläuferin Verena Meisl (TV Wattenscheid 01) hatte als Sechste und fünfte Frau – die Türkei hatten einen Mann das Rennen eröffnen lassen und wechselte als Erste – dem DLV-Team eine gute Ausgangsposition erarbeitet.
Diese Position konnten im Anschluss Jens Mergenthaler (LG farbtex Nordschwarzwald), Vera Coutellier (Cologne Athletics) und Marvin Heinrich (Eintracht Frankfurt) nicht ganz halten. Mit 17:37 Minuten belegte das deutsche Quartett Rang neun. Schlussläufer Marvin Heinrich konnte auf dem letzten Abschnitt noch einen Platz gutmachen.

„Die Strecke war technisch sehr anspruchsvoll, hat aber auch jede Menge Spaß gemacht. Wir haben gezeigt, dass wir mitlaufen können, obwohl wir natürlich gern etwas weiter vorn gelandet wären“, sagte Schlussläufer Marvin Heinrich. Startläuferin Verena Meisl ergänzte: „Die Runde ist wie im Flug vergangen. Als Startläuferin ist man natürlich in viele Positionskämpfe verwickelt. Ich wollte schnell anlaufen und mich positionieren. Das hat gut geklappt“.

Unter dem Beifall der heimischen Fans in Lagoa startete das portugiesische Quartett auf der zweiten Hälfte ein starke Aufholjagd. Salome Alfonso und 1.500-Meter-Weltmeister Isaac Nader machten insgesamt zehn Plätze gut und jubelten im Ziel über Silber (17:16 min). Der Sieg ging mit vier Sekunden Vorsprung an Titelverteidiger Italien, Bronze (17:17 min) an Großbritannien.
 

Weitere Informationen:

  • Fünf westfälische Athletinnen und Athleten bei Cross-EM vertreten

[leichtathletik.de]


  

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