Quelle: privat
Das westfälische U19-Team vor ihrem Duell gegen die Futsal-Auswahl des Niederrheins in Mülheim an der Ruhr.
Ein Test gegen den niederrheinischen U19-Futsal-Stützpunkt aus Duisburg, neun Nachwuchstalente des Jahrgangs 2010 und ein Länderspiel vor mehr als 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern: Für die westfälischen Futsal-Talente wurde der Sonntag in Mülheim an der Ruhr zu einem besonderen Erlebnis, das weit über das sportliche Ergebnis hinausging.
Am Sonntag, 18. Oktober gastierte der DFB-U19-Futsal-Stützpunkt Westfalen aus Gütersloh beim niederrheinischen Stützpunktteam aus Duisburg. Gespielt wurde u. a. in der Sporthalle in Mülheim an der Ruhr – und damit auf jenem Parkett, auf dem kurz später die deutsche Futsal-Nationalmannschaft im Länderspiel gegen Litauen antreten sollte.Während die Gastgeber mit ihrem vollständigen U19-Kader einschließlich der beiden U19-Nationalspieler Rezwan Hassan und Elysa Yamac antraten, nutzten die Westfalen die Begegnung ganz bewusst für einen ersten Generationswechsel. Auf die aktuellen U19-Nationalspieler Leon Staub, Paul Radtke und Leon Karasu wurde verzichtet. Stattdessen erhielten zahlreiche Nachwuchstalente aus dem U17-Sichtungspool die Gelegenheit, erstmals Erfahrungen im leistungsorientierten Futsal zu sammeln.
Neun Debütanten und ein wichtiger Entwicklungsschritt
Mit neun Spielern des Jahrgangs 2010 bestand der 14-köpfige westfälische Kader überwiegend aus Talenten, die ihr erstes richtiges Futsalspiel absolvierten. Gegen die bereits deutlich erfahrenere Duisburger Mannschaft entwickelte sich dennoch über weite Strecken eine umkämpfte Begegnung.Bis in die Schlussphase hinein hielten die jungen Westfalen die Partie offen. Beim Zwischenstand von 3:4 war das Spiel weiterhin umkämpft, ehe individuelle Fehler und die größere Erfahrung der Gastgeber letztlich den Ausschlag gaben. Duisburg nutzte die sich bietenden Möglichkeiten konsequent und entschied das Testspiel mit 7:3 für sich.
Für die Verantwortlichen des westfälischen Stützpunktes stand das Ergebnis allerdings nicht im Vordergrund. Vielmehr ging es darum, den jüngeren Spielern frühzeitig die Intensität, Handlungsschnelligkeit und taktischen Anforderungen des U19-Futsals näherzubringen und wertvolle Erkenntnisse für die weitere Talententwicklung zu gewinnen.
Erfolgreiche Nachwuchsarbeit als Grundlage für den nächsten Generationswechsel
Die bewusste Verjüngung des Kaders ist zugleich Ausdruck der bisherigen Entwicklungsarbeit am westfälischen DFB-U19-Futsal-Stützpunkt. Mit dem Jahrgang 2008 konnten bereits zahlreiche sportliche und strukturelle Ziele erreicht werden: Sieben Spieler gelangten in das Sichtungsfeld der deutschen U19-Futsal-Nationalmannschaft, drei sind aktuell direkt für internationale Maßnahmen nominiert. Darüber hinaus sind mittlerweile über 20 Spieler aus dem Stützpunktumfeld im organisierten Futsal-Spielbetrieb bei Vereinen in ganz Westfalen aktiv.An diese Entwicklung soll nun mit dem Jahrgang 2010 angeknüpft werden. Dabei geht es nicht allein um die Förderung einzelner Spitzentalente, sondern auch darum, junge Fußballer frühzeitig für den Futsal zu begeistern und ihnen langfristige Entwicklungsperspektiven zu eröffnen.
Stützpunkt-Cheftrainer Sebastian Styppa ordnete den Test entsprechend ein: „Mit unserem 2008er-Jahrgang haben wir bereits zahlreiche Entwicklungsziele erreicht – sowohl hinsichtlich der Heranführung an die U19-Nationalmannschaft als auch bei der nachhaltigen Integration unserer Spieler in den westfälischen Futsal-Spielbetrieb. Deshalb wollten wir diese besondere Gelegenheit nutzen, um den nächsten Generationswechsel einzuleiten und unseren Talenten des Jahrgangs 2010 erste Erfahrungen auf U19-Niveau zu ermöglichen. Gegen einen eingespielten und erfahrenen Gegner wie Duisburg konnten unsere jungen Spieler über weite Strecken gut mithalten. Dass uns in der Schlussphase beim Stand von 3:4 noch einige individuelle Fehler unterlaufen sind, gehört zu diesem Lernprozess dazu. Entscheidend ist, dass die Jungs die Intensität des leistungsorientierten Futsals kennenlernen, daraus lernen und sich weiterentwickeln.“
Vom eigenen Testspiel zum Länderspiel vor über 1.000 Zuschauern
Das eigentliche Highlight des Tages wartete allerdings erst am Abend. Nachdem die jungen Westfalen selbst auf dem Parkett der Sporthalle gestanden hatten, durften sie wenige Stunden später auf den Zuschauerrängen Platz nehmen und erleben, wie sich dieselbe Halle in eine internationale Futsal-Arena verwandelte.Gemeinsam mit zahlreichen mitgereisten Eltern verfolgten die Nachwuchsspieler das Länderspiel der deutschen Futsal-Nationalmannschaft gegen Litauen. Vor gut 1.100 Zuschauern erlebten sie hochklassigen internationalen Futsal, eine besondere Atmosphäre und einen 4:2-Erfolg der deutschen Mannschaft.
Für viele der jungen Spieler war es eine außergewöhnliche Erfahrung: Zunächst selbst auf dem Spielfeld stehen, sich mit anderen Talenten messen und anschließend auf demselben Parkett die eigenen sportlichen Vorbilder im Nationaltrikot erleben. Gerade diese unmittelbare Verbindung zwischen eigener sportlicher Praxis und internationalem Spitzenfutsal machte den Tag zu weit mehr als einer gewöhnlichen Auswärtsfahrt.
Auch für Styppa lag darin ein besonderer Wert: „Für unsere Jungs war es natürlich etwas Besonderes, zunächst selbst auf diesem Parkett zu spielen und anschließend gemeinsam mit ihren Eltern die deutsche Nationalmannschaft vor über 1.000 Zuschauern zu erleben. Solche Erfahrungen können wir im Training allein nicht vermitteln. Sie schaffen Begeisterung, Identifikation und Motivation. Genau das brauchen wir, wenn wir junge Talente nicht nur sportlich entwickeln, sondern ein Feuer für den Futsal zu entfachen.“
Ein Tag, der über das Ergebnis hinauswirkt
So stand am Ende zwar eine 3:7-Niederlage gegen den niederrheinischen Nachbarn auf der Anzeigetafel, doch für den westfälischen Futsal-Nachwuchs überwogen die positiven Eindrücke. Die jungen Spieler sammelten wertvolle Erfahrungen auf einem neuen Leistungsniveau, die Trainer gewannen wichtige Erkenntnisse für die weitere Kaderentwicklung und die mitgereisten Familien erlebten gemeinsam mit ihren Kindern einen besonderen Futsal-Tag.Damit wurde die Reise an den Niederrhein nicht nur zu einem ersten sportlichen Entwicklungsschritt für den kommenden Stützpunktjahrgang 2010, sondern auch zu einem Beispiel dafür, wie Nachwuchsförderung, Gemeinschaft und Begeisterung für den Futsal miteinander verbunden werden können. „Denn wer junge Menschen für den Futsal begeistern möchte, muss ihnen nicht nur zeigen, wie man Futsal spielt, sondern auch, was man mit Futsal erleben kann“, so Sebastian Styppa.
[Sebastian Styppa]
