Quelle: P. Middel
FLVW-Vizepräsident Peter Westermann und VLA-Vorsitzender Bernhard Bußmann zeichneten Werner Krönke (✝) im SportCentrum Kaiserau mit dem westfälischen Ehrenamtspreis aus
Alle hörten auf sein Kommando. Über Jahrzehnte war Werner Krönke bei unzähligen Wettkämpfen als Starter im Einsatz. Zuvor war er erfolgreicher 400-Meter-Läufer im Trikot des damaligen OSV Hörde. Nun ist der frühere Spitzenathlet, Trainer und Kampfrichter nach kurzer schwerer Krankheit im Alter 83 Jahren verstorben.
Als Starter war Werner Krönke weitaus mehr als derjenige, der nur den Abzug betätigte. Als ehemaliger Top-Viertelmeiler brachte er sehr viel Fingerspitzengefühl für die Athletinnen und Athleten mit und strahlte durch seine Ruhe eine große Autorität aus. Vor allem gelang es ihm, Kindern und Jugendlichen die Nervosität vor dem Start zu nehmen. Auch viele Athleten-Asse schätzten sein souveränes Auftreten und seine direkte Körpersprache. Der allseits beliebte Starter wusste um die große Verantwortung seines Amtes. Als Mann mit der Pistole musste er nämlich für den reibungslosen und fairen Ablauf der Laufwettbewerbe sorgen.Selbst wenn sich in einem vollbesetzten Stadion unzähligen Augen auf ihn richteten, blieb er gelassen. Absolute Regelkonformität war für ihn oberstes Gebot. Oft kamen nach einem gelungen Rennen Athletinnen und Athleten zu ihm und bedankten sich für den perfekten Startanlauf.
Zahlreiche Einsätze als Starter
Werner Krönke, der oft auf 40 Kampfrichter-Einsatze im Jahr kam, war national und international ein viel gefragter Starter. So war er unter anderem bei vier internationalen und sechs deutschen Meisterschaften im Einsatz. Darüber hinaus schickte er zehnmal beim Dortmunder Sparkassen-Indoor-Meeting (1995 bis 2004) Weltklasse-Sprinterinnen und -Sprinter ins Rennen.Sein großes Engagement für die Leichtathletik zeigte er bereits als Jugendlicher beim TuS Ickern. Schon 1962 wurden die Verantwortlichen des damaligen OSV Hörde auf den hochveranlagten Nachwuchssprinter aufmerksam, dem schon bald die 100- und 200-Meter-Distanzen zu kurz waren. Die Lust an seine sportliche Grenzen heranzugehen, entwickelte er nämlich rasch auf der 400-Meter-Distanz, auf der die Dortmunder Viertelmeiler in den 1960er und 1970er Jahren absolute Spitze waren. Auch Werner Krönke produzierte in diesem Zeitraum Glanzleistungen in Serie. Sein Paradestück lieferte er 1966 ab, als er als Jüngster im Quartett des Deutschen Leichtathletik-Verbandes bei den ersten Hallen-Europameisterschaften in der Dortmunder Westfalenhalle in der 4x400- Meter-Staffel Gold gewann. Im selben Jahr stand er bei den deutschen Hallenmeisterschaften in der Kieler Ostsee-Halle mit seinen 400-Meter-Kollegen Hans Reinermann, Gerhard Böttger und Rainer Kunter ganz oben auf dem Siegerpodest.
EM-Premierensieg mit der Staffel in der Halle
Seine persönliche Bestleistung von 47,2 Sekunden erzielte Werner Krönke 1966 in Leverkusen, was für die damalige Zeit ein Spitzenresultat war. Seine weiteren Hausrekorde waren 11,0 Sekunden über 100 Meter, 21,6 Sekunden über 200 Meter und 1:52 Minuten über 800 Meter.Von 1982 bis 1992 engagierte sich Werner Krönke als Landesdisziplintrainer im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW). Darüber hinaus gab er sein umfangreiches Fachwissen und seine zahlreichen Erfahrungen als erfolgreicher 400-Meter-Läufer an viele junge Athletinnen und Athleten, u. a. im TSC Eintracht Dortmund und beim BV Teutonia Lanstrop, weiter.
Sohn Marco tritt in große Fußstapfen
Als sich Werner Krönke, der sich immer zur Verfügung stellte, wenn Hilfe benötigt wurde, aus der ersten Reihe als Trainer und Starter zurückzog, trat sein Sohn Marco Krönke, dessen Name inzwischen ebenfalls für Kompetenz, Verlässlichkeit und Leidenschaft steht, in seine Fußstapfen.Mit Werner Krönke, der 2022 für seine zahlreichen Verdienste in der Leichtathletik den westfälischen Leichtathletik-Ehrenamtspreis verliehen bekam, verliert der FLVW einen hervorragenden Sportler, engagierten Trainer und hochgeschätzten Starter, dessen Name in der Leichtathletik noch lange präsent sein wird.
[Peter Middel]
