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Amanal Petros pulverisiert eigenen deutschen Rekord

Amanal Petros 2018
Quelle: P. Middel (Archivbild)
Amanal Petros.

Beim fünften Sieg Eliud Kipchoges beim gestrigen Berlin-Marathon pulverisierte Amanal Petros seinen eigenen deutschen Rekord. Einen sensationellen Weltrekord stellte Tigst Assefa auf. Domenika Mayer blieb deutlich unter der Olympia-Norm und rannte auf Platz zwei der ewigen deutschen Bestenliste.

Die Äthiopierin Tigst Assefa hat für ein Glanzlicht und eine historische Leistung beim 49. Berlin Marathon gesorgt. In 2:11:53 Stunden stürmte sie zu einem neuen Weltrekord und pulverisierte die alte Bestmarke um mehr als zwei Minuten. Dass Berlin ein gutes Pflaster für sie ist, hatte die 29-Jährige schon im Vorjahr unter Beweis gestellt: In 2:15:37 Stunden hatte sie den Streckenrekord nach unten geschraubt und war damit in die Welt-Elite auf der Marathon-Distanz vorgestoßen. Nun lief sie erneut in eine ganz andere Dimension. Bereits nach den ersten fünf Kilometern lag sie unter dem alten Weltrekord von Brigid Kosgei (Kenia / 2:14:04 h), aufgestellt 2019 in Chicago (USA). Im Laufe des Rennens konnte Assefa bei perfekten Wetterbedingungen immer schneller werden und hatte sich schon frühzeitig von ihren Verfolgerinnen abgesetzt.


Gute Bedingungen sorgen für Rekord-Zeiten

Bei anfänglich 14 Grad und später sonnigem Himmel wirkte die Favoritin auf dem flachen Hauptstadt-Kurs jederzeit locker und konnte als ehemalige 800-Meter-Spezialistin mit einer Bestzeit von unter 2:00 Minuten am Ende sogar noch spurten. Den zuvor letzten Frauen-Weltrekord in Berlin hatte 2001 die Japanerin Naoko Takahashi aufgestellt, sie blieb vor 22 Jahren in 2:19.46 Stunden als erste Athletin unter 2:20 Stunden.

„Ich hätte nicht erwartet, so schnell zu laufen – also unter 2:12. Aber das ist das Ergebnis harter Arbeit“, sagte Assefa nach ihrem Marathon-Quantensprung. Als Olympia-Favoritin für 2024 mochte sie sich noch nicht sehen. „Das nationale Komitee muss mich erst auswählen“, erklärte sie zurückhaltend.


Kipchoge will Lehren für Olympia ziehen

Seinen fünften Berlin-Sieg feierte Eliud Kipchoge, blieb vom anvisierten Weltrekord mit 2:02:42 Stunden jedoch ein gutes Stück entfernt. Kipchoge setzte sich vor seinem Landsmann Vincent Kipkemoi (2:03:13 h) und dem Äthiopier Tadese Takele (2:03:24 h) durch. Im vorigen Jahr hatte Kipchoge in 2:01:09 Stunden den gültigen Weltrekord aufgestellt. In diesem Jahr konnte er das Weltrekord-Tempo ab Kilometer 25 nicht mehr halten. „Der Sieg ist das Wichtigste“, sagte der Marathon-Star, der in einem inoffiziellen Rennen in Wien 2019 sogar schon unter zwei Stunden geblieben war und am Ende seine Verfolger näherkommen sah.

„Ich werde diese Lehren für meine Olympia-Vorbereitung nutzen. Ich werde versuchen, Geschichte zu schreiben“, versprach er mit Blick auf einen möglichen dritten Olympiasieg. Während er sich zuvor mit vier Siegen den Titel mit den meisten Berlin-Siegen gemeinsam mit Äthiopiens Lauf-Legende Haile Gebreselassie teilen musste, steht Kipchoge in dieser Kategorie nun allein an der Spitze.


Amanal Petros nach hartem Training zu neuem deutschem Rekord

Einen neuen Maßstab setzte auch Amanal Petros (SCC Berlin): In 2:04:58 Stunden stellte der zuvor für den TV Wattenscheid und SV Brackwede startende 28-Jährige einen neuen deutschen Rekord auf. Die alte Rekordmarke von 2:06:27 Stunden, die er 2021 in Valencia gelaufen war, unterbot er um mehr als anderthalb Minuten. Als Neunter kam er bei seinem Berlin-Debüt zudem in den Top Ten ins Ziel. „Ich habe in den vergangenen vier Monaten so hart dafür gearbeitet. Die letzten Monate in Kenia bestanden nur als Training, Schlafen und Essen. Jeder einzelne Tag beinhaltete immer wieder das gleiche. Ich habe noch nie so hart gearbeitet“, erklärte der Läufer vom Marathon Team Berlin hinterher.

Knapp über der internationalen Olympia-Norm (2:08:10 h) blieben trotz persönlicher Bestzeiten Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier / 2:08:28 h) als 18. und Hendrik Pfeiffer (TK Hannover / 2:08:48 h) auf Rang 20.


Olympia-Norm für Domenika Mayer nach mutigem Rennen

Ein starkes Rennen lieferte auch Domenika Mayer (LG Telis Finanz Regensburg) als schnellste Deutsche ab: Sie ging von Beginn an schnell an und lief in 2:23:47 Stunden zur zweitschnellsten Zeit einer Deutschen. Zuvor stand ihre Bestzeit bei 2:26:50 Stunden. Damit sortierte sie sich in der ewigen Deutschen Bestenliste hinter Rekordhalterin Irina Mikitenko (2:19:19 h; 2008) und vor Melat Kejata (2:23:57 h; 2019) ein. Zudem blieb die zweifache Mutter auch deutlich unter der Olympia-Norm von 2:26:50 Stunden.

Zweite Deutsche wurde bei ihrem Heimspiel Deborah Schöneborn (SCC Berlin) in 2:27:35 Stunden. Laura Hottenrott (PSV Grün-Weiß Kassel) lief als dritte Deutsche nach 2:29:38 Stunden ins Ziel.

Für den größten deutschen Stadtlauf hatte sich die Rekordzahl von fast 48.000 Läuferinnen und Läufern aus 156 Ländern angemeldet. Kurz vor dem Start hatten Aktivisten der Klimaschutzgruppe Letzte Generation versucht, die Straße des 17. Juni zu blockieren, und wurden von Sicherheitskräften weggezogen.


Weitere Informationen:

  • Ergebnisse und Infos zum Berlin Marathon auf leichtathletik.de
[leichtathletik.de]

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