
Quelle: U. Hörnemann
Bruchlandung beim Start! Zwei Läufer der Altersklasse M8 legen sich bei den Kreiswaldlaufmeisterschaften lang auf die Nase und wirbeln Staub auf. Aber alles halb so wild: Im Nu rappeln sie sich wieder auf und eilen dem Feld hinterher.
Im Sanden, einer Anliegerstraße im Ortsteil Lette, ist der Bär los. Parkplätze? Sind rar gesät. Rüdiger Stenzel, Cheforganisator von DJK Vorwärts Lette, freut sich über die gewaltige Resonanz bei den Kreis-Waldlauf-Meisterschaften des FLVW-Kreises Ahaus/Coesfeld: „Mit der Beteiligung bin ich hochzufrieden“, sagt „Sticke“, so sein Spitzname, „im vergangenen Jahr war hier nicht so viel los.“ 40 Helfer und Helferinnen sind in der Lönsheide im Einsatz bei mehr als 300 Jungen und Mädchen, die hier an den Start gehen. „Wir haben ein eingespieltes Team“, lobt er „seine“ Mannschaft, „das klappt wie am Schnürchen.“
Rüdiger Stenzel, 56 Jahre, ist Leiter der Leichtathletik-Abteilung bei seinem Stammverein, in dem er einst seine Karriere gestartet hat. Mit Rita Dreier, seiner besseren Hälfte, hat er die Leitung im Winter 2023 übernommen. Stenzel war früher 1.500-Meter-Läufer. 1996 startete er bei den Olympischen Spielen, 1997 wurde er Vizeweltmeister in der Halle und mehrmals deutscher Meister. Legendär sind seine heißen Duelle mit Dieter Baumann, den er 1996 als erster deutscher Athlet über 1.500 Meter geschlagen hat.Bernhard Bußmann, Vorsitzender des westfälischen Verbands-Leichtathletik-Ausschusses (VLA), ist Stammgast beim traditionellen Event in der Lönsheide. „Wenn Läufer eine Laufveranstaltung aufziehen, dann wird auf jedes Detail geachtet“, stellt Bußmann als aufmerksamer Beobachter die umfangreichen Arbeiten heraus, die Stenzel & Co. schon im Vorfeld geleistet haben, „ein großes Kompliment an Rüdiger und sein Team!“ Dazu zählt auch Jürgen Sicking, den alle nur „Otto“ rufen. „Wenn du die glänzenden Augen der Kinder und Jugendlichen siehst, dann macht das echt Spaß“, bemerkt Sicking zwischen den Siegerehrungen, die er gemeinsam mit Stenzel durchführt, und lobt das ganze Drumherum, „das ist eine harmonische und sehr gut vorbereitete Veranstaltung.“

Siegerehrung der Altersklasse M9: Rüdiger Stenzel, Rita Dreier und Jürgen „Otto“ Sicking gratulieren den sechs erstplatzierten Jungen [Foto: U. Hörnemann].
Ingo Röschenkemper, seit 2012 Vorsitzender im Kreis-Leichtathletik-Ausschuss, ist ebenfalls begeistert von der Atmosphäre. „Auf Rüdiger ist Verlass“, so Röschenkemper, „das läuft!“ Stenzel, der Regisseur, bleibt bescheiden und gibt das Lob gerne weiter: „Ich muss mich bei meinem Team bedanken, dass alles so reibungslos funktioniert.“ Ludger Weiling, der Senior in der Helfer-Riege, wundert sich derweil, wie cool und gelassen Stenzel im Hintergrund die Strippen zieht: „Rüdiger ist die Ruhe selbst!“ Nervös ist er kein bisschen.
Am Ende präsentiert Computer-Experte Michael Kulakov, der für die zügige Auswertung der zehn Rennen verantwortlich ist, genaue Zahlen: 359 Teilnehmer, davon 226 Mädchen und 133 Jungen, sorgen für eine klare Steigerung der Meldezahl bei den Kreis-Waldlauf-Meisterschaften gegenüber dem Vorjahr. Mit 75 Aktiven ist die LG Coesfeld erneut größter Verein vor SuS Olfen (59) und SC Union 08 Lüdinghausen (57). Mit fünf Einzeltiteln ist der TV Westfalia Epe stärkster Verein, gefolgt von der LG Rosendahl (3 Titel), der LG Coesfeld, SuS Stadtlohn und SC Union 06 Lüdinghausen (je 2 Titel).
In den Mannschaftswertungen haben je zweimal die LG Coesfeld, TV Westfalia Epe und SC Union 06 Lüdinghausen die Nase vorn. Rüdiger Stenzel, hauptberuflich Geschäftsstellenleiter beim Stadtsportbund Bochum, ist vom Niveau beeindruckt: „Es waren einige Talente dabei, die richtig was draufhaben.“ Von ihnen wird man in Zukunft noch hören.